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Traben Berlin: Fragolino Rosso und Blizzard Diamant schnell wie der Blitz

Beide Aspiranten für den Derby-Sieg hängen Konkurrenz deutlich ab.


Keine 24 Stunden nach den sintflutartigen Regenfällen vom Eröffnungstag des Derby-Meetings präsentierte sich die Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf bei optimalen äußeren Bedingungen wieder in ihrem schönsten Gewand. Sieben der 14 Prüfungen waren Vorläufe zu den beiden Derbys in zwei Wochen – ein Novum, das allgemein gut ankam, was auch, bei nur einem Rennen mehr, durch ein Umsatzplus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 418.537 Euro dokumentiert wurde. Dieses entstand in erheblichem Umfang durch die aufgrund der vielen klaren Favoriten enormen Aktivitäten in der Siegwette, in der seit Jahren nie dagewesene 174.155 Euro angelegt wurden.

Die Meistgewetteten dominierten überwiegend und entschieden auch sechs der sieben Derby-Vorläufe für sich. Allein die hoch gehandelte Alma Mia, gesteuert von Michael Nimczyk (Willich), war aufgrund einer Galoppade dort ein „Totalausfall“. Dennoch war der deutsche Berufsfahrer-Champion mit drei Treffern nach Robin Bakker (vier) der erfolgreichste Fahrer, während sich die weiteren sieben Rennen ebenso viele Fahrer teilten.

Die Eurocracks liefern eindrucksvoll

Natürlich standen die mit jeweils 20.000 Euro dotierten Vorläufe der Hengste und Wallache im Mittelpunkt des Interesses, traten doch mit den beiden Schützlingen des niederländischen Trainers Paul Hagoort. Fragolino Rosso und Blizzard Diamant (Foto), unter anderem die beiden herausragenden Vertreter des Jahrgangs 2022 an. Beide erfüllten die Erwartungen, vielleicht sogar noch mehr als das. Dass Robin Bakker, ohne dass sich einer der beiden Vierbeiner nach früh übernommenem Kommando hätte erkennbar anstrengen müssen, mit 1.11,1 bzw. 1.11,2 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer fast identische überragende Zeiten fuhr, war nicht unbedingt erwartet worden.

Hinter Fragolino Rosso imponierte der aus Schweden angereiste Conquistador, für den das Rennen nach einer Start-Galoppade eigentlich schon beendet war, durch einen bemerkenswerten zweiten Kilometer, so dass er den immer an dritter Stelle gegangenen Jaccomo noch bequem abfing, hinter dem sich auch der als längster Außenseiter angetretene und bis zur Zielgeraden dem Sieger folgende Power of Greenwood die Finalteilnahme sicherte. Runner-up von Blizzard Diamant war Sir Hans, der den immer vor ihm liegenden Pirate Newport zum Schluss passierte, und auch Lugano Cortina als Vierter war dichtauf, der hoch gehandelte Nicolai Hanover dagegen bereits am Start ausgefallen.

Hatten die Siegwetter, die auf der Jagd nach Prämienlosen zweimal rund 30.000 Euro investierten, bei den Volltreffern von Fragolino Rosso und Blizzard Diamant zum Geldwechselkurs (10:10) jeweils nur ihren Einsatz zurückerhalten, konnten sie ihn im dritten Vorlauf immerhin verdoppeln. Aurelio (Dion Tesselaar) zeigte sich in Front von bester Seite und ließ dem schönen Speed offenbarenden Sullenberger ebenso wenig eine Chance wie dem unterwegs dem Sieger sogar auf den Zahn fühlenden Alman, der einen knappen Vorteil gegen die von hinten kommenden Victus und Spirit of di Masi verteidigte.

Neue Situation bei den Stuten

Robin Bakker war auch bei den Stuten (Dotierung jeweils 10.000 Euro) im Geschwindigkeitsrausch, wo die zum Schluss bei 19:10 sogar noch zur Favoritin gewordene Myrena nach einer Runde außen herum Druck auf die aus dem ersten Bogen an Daireann vorbei an die Spitze gegangene Stonehillpearl auszuüben begann und sich in fantastischen 1.11,7 Minuten mühelos verabschiedete, während die Pilotin ihre Verfolgerin ebenso sicher in Schach hielt.

Der erste Vorlauf war an Michael Nimczyk gegangen, der letzte ebenso. Zunächst absolvierte Brownie Diamant mit der in den sieben Rennen bevorzugten Taktik der frühen Führung in vergleichsweise gemütlichen 1.13,8 Minuten kaum mehr als eine bezahlte Arbeit, bei der sie als 11:10-Favoritin die bei der Kommandoübernahme zu Beginn der Tribünengerade keine Gegenwehr leistende Valpariso ebenso abhängte wie Gold Girl HB, die trotz einer Start-Galoppade noch auf Rang drei und damit ins Finale sprintete. Mit demselben Richterspruch („überlegen, drei Längen“), aber in etwas flotteren 1.13,1 Minuten, dominierte der „Goldhelm“ auch mit Mille Fleurs, hinter der Xalina B vom Fleck weg die optimale Ausgangsposition hatte und die ihr stets folgende und als längste Außenseiterin eine unerwartet gute Vorstellung gebende Käthe nicht entscheidend herankommen ließ.

Dagegen patzte ausgerechnet die vom Nimczyk-Trio am stärksten eingeschätzte und sogar als haushohe 10:10-Favoritin angetretene Alma Mia mit einer Galoppade nach 400 Metern, was es der nach längerer Auseinandersetzung mit Thanks in Front gelangten und bis zuletzt kämpfenden Choupette (Thorsten Tietz) möglich machte, als 341:10-Außenseiterin zu überraschen. Thanks prallte mit ihrem Schlussangriff ab, konnte aber die noch gut ins Bild kommende Mon Jolie abwehren.

Dreijährige gefallen

Die beiden Qualifier zum Dreijährigen-Kriterium, jeweils um 10.000 Euro, wurden in unterschiedlichem Stil von den Favoriten gewonnen. Bei den Stuten machte die bei 25:10 notierte Una (Michael Nimczyk) trotz des äußeren Startplatzes schon im ersten Bogen Nägel mit Köpfen und ging dann immer allein vorn, um schließlich mit sieben Längen Vorsprung gegen die rechtzeitig freikommende und die stets vor ihr liegende Wake me up noch locker passierende Wanda Maximoff nach Hause zu kommen.

Bei den Hengsten ließ sich mit Roswald Eagle (Marciano Hauber) im spannendsten Endkampf des Tages das gemeinte Pferd lange Zeit und gesellte sich erst im Schlussbogen neben den führenden Sultan of Swing S. Im Einlauf deutlich vorn, konnte der bei 18:10 gehandelte Sieganwärter jedoch froh sein, sich gegen den aus seinem Rücken Speed zeigenden Initial Games und den vom letzten Platz förmlich heranfliegenden Magic One soeben über die Linie zu retten.

Weiter geht es im Derby-Meeting am Freitag, 14. August, mit einer um 15.30 Uhr beginnenden Nachmittags-/Abendveranstaltung, in deren Mittelpunkt die Internationale Derby-Meisterschaft der Amateure, das Bruno Cassirer-Rennen, der Derby-Marathon und die Derby-Junioren-Meisterschaft stehen werden. Die Starterangabe für die Veranstaltung ist am Donnerstag, 6. August. Die Derby-Endläufe werden dann am 15. und 16. August entschieden.

Foto-Quelle: Lingk/Trabrennverein Berlin-Mariendorf

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