Dardanos und Vorjahressieger Hochkönig treffen Sonntag aufeinander.

Zwei Derbysieger, drei hochkarätige Nachnennungen und das größte Starterfeld seit 2011: Der 136. Große Preis von Berlin verspricht am Sonntag, 9. August, ab 15.40 Uhr ein internationales Highlight zu werden. Im Mittelpunkt steht auf der Galopprennbahn in Berlin-Hoppegarten das Duell zwischen dem frischgebackenen Derbysieger Dardanos und seinem Vorgänger Hochkönig.
Der in der Nähe von Gütersloh trainierende Andreas Wöhler, der zuletzt auch die Diana-Siegerin Soreanga vom Geläuf holte, hat mit Dardanos die Chance auf den dritten Triumph auf höchster Ebene innerhalb weniger Wochen. Der Hengst aus dem Stall Bergholz wurde für die mit 155.000 Euro dotierte Prüfung der höchsten Kategorie über die klassische Derbydistanz von 2.400 Meter nachgenannt. Er sorgte bei einer Quote von 848:10 für die größte Überraschung der Derby-Geschichte. Nun bekommt der dreijährige Soldier Hollow-Sohn mit Eduardo Pedroza im Sattel die Gelegenheit, diese Leistung zu bestätigen.
Zur neunköpfigen Gegnerschaft zählt der Derbysieger des Vorjahres, der von Yasmin Almenräder vorbereitete Hochkönig. Der inzwischen vierjährige Hengst musste nach dem Derby längere Zeit pausieren, schien sich in dieser Saison aber wieder der Hochform zu nähern. Im Großen Hansa-Preis, bei dem er wie am Sonntag von Jack Mitchell geritten wurde, gab es auf schwierigem Geläuf in Hamburg-Horn mit Platz vier allerdings einen kleinen Rückschlag.
Dafür rückte der fünfjährige Global Health in den Blickpunkt, der den Hansa-Preis völlig überraschend gewann und von Trainer Fabian Xaver Weißmeier (Iffezheim) ebenfalls für den Großen Preis von Berlin am Dienstag nachgenannt wurde. Doch die deutschen Hoffnungen, zu denen auch die vierjährige Stute Innora (Trainer Henk Grewe) sowie die dreijährigen Hengste Abachi (Peter Schiergen) und Bright Light (Andreas Suborics/alle Köln) gehören, bekommen es mit sehr ernsthafter internationaler Konkurrenz zu tun.
Andrew Balding, der seit mehr als 20 Jahren zur britischen Trainerelite zählt, schickt den vierjährigen Almeric. Der Hengst war zuletzt zweimal Dritter – einmal hinter Rebel’s Romance (Foto bei seinem Sieg im Vorjahr) und einmal hinter Ombudsman, beide absolute Weltstars. In den königsblauen Godolphin-Rennfarben treten zwei Vollblüter an – der bereits zehnjährige Dubai Future, der 2026 bereits ein Rennen der höchsten Kategorie in England gewann, und der vierjährige Tornado Alert. Er ist dem deutschen Publikum bestens bekannt, schließlich gewann er im Vorjahr den Großen Dallmayr-Preis in München. Seitdem hat der Hengst jedoch pausiert. Allerdings dürfte Saeed bin Suroor, der die Godolphin-Operation von Dubai-Herrscher Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum von Beginn an seit den 1980er-Jahren begleitete, Tornado Alert kaum nachgenannt haben, wenn er sich im Training nicht entsprechend angeboten hätte.
Praktisch schon Dauergast in Deutschland ist die sechsjährige Tiffany. Die von Sir Mark Prescott in Newmarket trainierte Stute wäre für einen Erfolg längst überfällig: Sie hat bereits drei zweite Plätze auf höchster Ebene in Deutschland aufzuweisen.
Der letzte in Deutschland trainierte Sieger in dem seit 1888 gelaufenen Großen Preis von Berlin liegt schon sechs Jahre zurück: Es war kein Geringerer als der spätere Prix de l’Arc de Triomphe-Sieger Torquator Tasso. Andreas Wöhler gewann das Rennen vor zehn Jahren mit Protectionist, der als Melbourne Cup-Gewinner ebenfalls deutsche Turf-Geschichte schrieb. Es braucht also ein internationales Klassepferd, um auf der Hauptstadt-Rennbahn bestehen zu können.
Foto-Quelle: galoppfoto.de/Deutscher Galopp
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