Rheinischer Landwirtschafts-Verband will sich für Erhalt einsetzen.

Nachdem die Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen die Bitte des Präsidenten des Hauptverbandes für Traberzucht (HVT), Peter Weihermüller, um ein persönliches Gespräch zur Zukunft der Trabrennbahn Mönchengladbach mit Verweis auf die hohe Termindichte des Ministerpräsidenten abgelehnt hatte, erhält das Anliegen nun zumindest Unterstützung aus der Landwirtschaft.
Der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Bernhard Gussen, hat sich gemeinsam mit dem HVT-Präsidenten in einem weiteren Schreiben an Ministerpräsident Hendrik Wüst gewandt. Beide Verbände fordern, die Zukunft des Trabrennsports in Mönchengladbach nicht als erledigt zu betrachten, sondern den Dialog über den Erhalt der verbliebenen Rennbahnstandorte aufzunehmen.
„Es geht längst nicht mehr nur um die Trabrennbahn Mönchengladbach“, betonen Gussen und Weihermüller. „Mit jeder weiteren Schließung verliert Nordrhein-Westfalen einen Teil seiner landwirtschaftlichen Identität, seiner Pferdezucht und seiner Sportkultur.“
Mit Sorge sehen RLV und HVT die bisherige Haltung des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Dort werde im Wesentlichen darauf verwiesen, dass die Umwandlung der Trabrennbahn Mönchengladbach in eine Gewerbefläche bereits beschlossen sei. Nach Auffassung der Verbände wird damit jedoch eine Entwicklung hingenommen, deren Folgen weit über einen einzelnen Standort hinausreichen.
Mit der Schließung der Rennbahnen in Dinslaken und Recklinghausen habe Nordrhein-Westfalen bereits traditionsreiche Standorte verloren. Sollte nun auch Mönchengladbach aufgegeben werden, verbliebe mit Gelsenkirchen nur noch eine Trabrennbahn im Land. Doch auch dort bestehe erheblicher Handlungsbedarf. Ohne ein klares politisches Bekenntnis drohe Nordrhein-Westfalen seine über mehr als ein Jahrhundert gewachsene Bedeutung als Zentrum des deutschen Trabrennsports vollständig zu verlieren.
„Für RLV und HVT ist der Erhalt der Rennbahnen weit mehr als eine sportpolitische Frage“, schreiben die Verbände in einer offiziellen Erklärung. Betroffen sind landwirtschaftliche Familienbetriebe, Pferdezüchter, Ausbildungs- und Arbeitsplätze, zahlreiche ehrenamtlich Engagierte sowie eine über Generationen gewachsene Infrastruktur. Die Rennbahnen sind Leistungsprüfungsstätten für die Pferdezucht und damit ein unverzichtbarer Bestandteil der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette.“
Weiter heißt es: „Die Verbände bedauern, dass der Trabrennsport über viele Jahre hinweg kaum politische Aufmerksamkeit erfahren hat. Während andere Sportarten selbstverständlich öffentliche Unterstützung für Infrastruktur, Sicherheit und Großveranstaltungen erhalten, fehlt es aus Sicht der Verbände bislang an einer landespolitischen Strategie für den Erhalt des Trabrennsports. Gefordert wird keine Sonderbehandlung, sondern eine faire Berücksichtigung einer traditionsreichen Sportart mit enger Verbindung zur Landwirtschaft.“
Mit ihrem gemeinsamen Schreiben verbinden RLV und HVT ausdrücklich die Hoffnung, dass Ministerpräsident Hendrik Wüst das Thema zur Chefsache macht und den Dialog mit den Verbänden aufnimmt. Ziel sei es, gemeinsam Perspektiven für den Erhalt der Standorte Mönchengladbach und Gelsenkirchen sowie für die Zukunft des Trabrennsports in Nordrhein-Westfalen zu entwickeln.
„Unser Anliegen richtet sich nicht gegen Personen oder Institutionen“, so beide Präsidenten. „Wir werben vielmehr dafür, gemeinsam Verantwortung für eine Sport-, Zucht- und Kulturtradition zu übernehmen, die Nordrhein-Westfalen über Jahrzehnte geprägt hat. Noch besteht die Chance, diese Entwicklung gemeinsam zu gestalten.“
In dieser Saison wurden auf der Mönchengladbacher Trabrennbahn bislang gerade einmal fünf Veranstaltungen durchgeführt, fünf weitere Renntage sind bis zum Jahresende noch geplant. Weiter geht es an diesem Sonntag mit sechs Prüfungen ab 17.45 Uhr.
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