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Traben Berlin: Fragolino Rosso und Blizzard Diamant klare Favoriten

Am Sonntag sind alle Augen auf 131. Deutsches Traber-Derby gerichtet.


Fragolino Rosso (Foto) und Blizzard Diamant: Gemeinsam aufgewachsen auf dem Gestüt der Familie Schwarz im bayerischen Eppertshofen, geformt von Meistertrainer Paul Hagoort in den Niederlanden, doch auf der Rennbahn sind sie sich bislang immer aus dem Weg gegangen – bis zu diesem einen, alles entscheidenden Moment. Zwei Superstars, zwei unterschiedliche Routen nach Berlin, ein Ziel: Der Sieg im 131. Deutschen Traber-Derby (Preisgeld 306.000 Euro) am Sonntag auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf.

Wenn sich diese beiden Ausnahmekönner erstmals direkt gegenüberstehen, knistert die Luft vor Spannung, jeder Schritt wird zur Dramaturgie, jeder Meter zur Emotion. Mariendorf hält den Atem an – denn dieses Rennen ist mehr als ein Derby: Es ist der Stoff, aus dem Legenden geboren werden. Der Spannungsbogen entwickelte sich perfekt, alles läuft auf das finale Duell hinaus. Und auch die Fahrerfrage ist geklärt: Robin Bakker sitzt im Sulky von Fragolino Rosso und Blizzard Diamant wird von Mats Djuse pilotiert.

Im Derby-Finale treffen sich die beiden in diesem Jahr noch unbesiegten Ausnahmekönner zum großen Showdown. Beide haben in den Vorläufen mit höllisch schnellen Zeiten bereits ihre Duftmarken gesetzt. Vieles spricht dafür, dass erstmals in der Geschichte ein Derby in einer 10er-Zeit entschieden wird.

Wer kommt für die besseren Gelder in Betracht? Conquistador (Marc Elias) zeigte im Vorlauf nach einem Startfehler noch eine herausragende läuferische Leistung, aber zunächst sollte mit dem dritten Vorlaufsieger Aurelio (Dion Tesselaar) der erste Aspirant für Rang drei genannt werden. Der Readly-Express-Sohn hat sich enorm entwickelt und mit Startplatz eins eine ideale Position gelost. Sullenberger (Rudolf Haller) darf am Start nicht zu viel liegen lassen, dann könnte er genau wie Alman (Marciano Hauber) eines der in diesem Jahr sehr üppigen Platzgelder schnappen.

Wie immer am Derby-Tag hat auch das Rahmenprogramm viel zu bieten: Im Finale B geht es noch einmal um 20.000 Euro. In der Derby-Revanche bekommt Aladin die Gelegenheit, die Verhältnisse im Jahrgang wieder geradezurücken. In den nach Geschlechtern getrennten Abteilungen zum Jugend-Preis starten die Zweijährigen in ihre Rennlaufbahn. In der Rekordmeile muss Trogir der ungünstigen Startnummer „6“ trotzen. Die Trabreiter werden im Monté-Derby um 20.000 Euro Prämien kämpfen.

Lediglich sechs Starter haben sich für das Finale B der Hengste und Wallache gefunden. Red Fire (Michael Nimczyk) hatte im Vorlauf in der Außenspur ohne Führpferd ein zu hartes Pensum zu absolvieren, kann sich nun aber schadlos halten. Favorit könnte hier Nicolai Hanover mit Björn Goop im Sulky werden, der sich im Vorlauf früh um alle Chancen brachte.

Derby-Revanche: Drei Nimczyk-Hoffnungen

Gleich drei Starter stellt das Willicher Team Nimczyk in der Derby-Revanche. Michael Nimczyk hat sich hier für Aladin entschieden, der sich bei den letzten Auftritten gegen ältere Pferde nach aufwendigen Rennverläufen sehr teuer verkaufte. Ready Hill (Robin Bakker) war gerade noch Dritter in Enghien, während Black Heuvelland (Robbin Bot) in diesem Jahr noch gar nicht am Ablauf war und somit schwer zu taxieren ist. Der Hauptgegner für Aladin könnte Sheldrake (Rudolf Haller) sein, der seine fehlerhafte Vorstellung aus dem Finale der Silber-Serie postwendend korrigieren sollte. Utkieker (Jaap van Rijn) kommt hier auch für die Dreierwette infrage, während es Uranja (Thorsten Tietz) als einzige Stute sehr anspruchsvoll antrifft.

Fast noch besser ist das Team vom Kaiserhof im Monté-Derby aufgestellt. Zielpferd des Stalles sollte bestimmt Trabreit-Spezialist Staccato HL sein, für den man die deutsche Championesse Ronja Walter verpflichtet hat. Der Muscle-Hill-Sohn lief unlängst in Enghien nach längerer Pause als Dritter ein sehr starkes Rennen und sollte auch mit seiner Stallgefährtin Sangria Pellini (Hannah Schmitz) fertig werden, die in diesem Metier noch keine nennenswerten Meriten vorweisen kann. Purple Rain (Fabienne Margies) ist die Allzweckwaffe des Stalles, der Oldie beherrscht auch das Trabreiten und ist in sehr guter Verfassung. Als Konkurrenz für dieses Trio wären ein glattgehender Most Wanted PK (Marlene Matzky) oder der zuletzt sehr gut gefallende Huis Clos (Maja Thamm) zu nennen.

Die Rekordmeile hat in diesem Jahr in der Breite nicht ganz die gewohnte Qualität. Nach Klasse sollte Trogir (Michael Nimczyk) über dem Feld stehen, sofern sich der Love-You-Sohn seine mitunter an den Tag gelegten Gangartschwächen verkneift. El Baio (Jaap van Rijn) hat eine ideale „Abschussrampe“ und wird sich mit My Way Fortuna (Josef Franzl) um die Führung balgen. Werden sich die beiden schnell einig, dann kann der Führende ein solches Rennen mit Tempoverschleppung auch gegen Trogir noch richtig spannend machen. Nicolas Matisse (Marciano Hauber) bräuchte ein durchweg schnelles Rennen, um seinen Speed effektiv anzubringen.

Jugend-Preis nach Geschlechtern getrennt

15 Zweijährige starten an diesem Tag in ihr „Berufsleben“. Im Jugend-Preis der Hengste und Wallache werden die Starter des Stalles Sinos von Trainer Paul Hagoort viel Aufmerksamkeit erhalten. Sir Francis (Robin Bakker) und Da Capo Diamant (Jim Veldman) absolvierten gemeinsam ihre Qualifikation. Dabei stand auf dem ersten Kilometer für alle Teilnehmer im Vordergrund, in der Abteilung etwas zu lernen. Tempo kam daher erst 600 Meter vor dem Ziel in die Partie, womit die eher langsame Gesamtzeit beider erklärt ist. Sir Francis hatte zum Schluss noch deutlich mehr Reserven als der sehr unkompliziert wirkende Da Capo Diamant. Hot Shot S (Thorsten Tietz) hat ebenfalls sehr gut in der Qualifikation gefallen. Die mäßige Zeit im Probelauf war den Bahnverhältnissen geschuldet. Der toll gezogene Stallgefährte Zaromir (Dennis Spangenberg) kommt hier für ein Platzgeld infrage. Bislang schnellster Teilnehmer im Feld ist Scirea Boko (Dion Tesselaar), dessen Quartier die jungen Pferde auch stets siegfertig vorstellt.

Bei den Stuten stellt der Stall Hauber drei Teilnehmerinnen. Marciano Hauber hat sich für Skopolos Boko entschieden, die in der Qualifikation einen sehr routinierten Eindruck machte. Sie deckte ihre Karten nicht ansatzweise auf, sondern beschränkte sich darauf, ihrer Stallgefährtin Yara (Robbin Bot) den Weg um die Bahn zu weisen. Christoph Schwarz übernimmt die Fahrt von Little Princess MA, die in Gelsenkirchen sehr flott unterwegs war und ihr Leistungsvermögen klar darlegte. Die drei werden von Ruby Handsome (Dion Tesselaar) gefordert, die in der Feststellungsprüfung sogar noch etwas flotter unterwegs war. Delilah Diamant (Robin Bakker) wird als Hagoort-Vertreterin sicherlich auch viele Fans am Toto finden.

Das erste von insgesamt 14 Rennen wird am Sonntag um 12 Uhr gestartet. Das Derby-Finale ist als zwölfte Tagesprüfung für 17.50 Uhr vorgesehen.

Foto-Quelle: Lingk/Trabrennverein Berlin-Mariendorf

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