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Galopp Iffezheim: Four Seasons siegt im Preis der BBAG Jährlings-Auktion

Sensation durch längste Außenseiterin Atlantic Ways im Baden-Baden-Cup.


52.000 Euro hatte der vom Gestüt Etzean gezogene Four Seasons (Foto) einst bei der BBAG-Auktion gekostet. Dieses Geld, das der Stall Hanse von Michael Becher in den Japan-Sohn investierte, scheint mehr als gut angelegt. Denn der Dreijährige landete am After Work-Dienstag (Tag drei der „Großen Woche“) auf der Galopprennbahn in Iffezheim bei Baden-Baden einen sehenswerten Erfolg im Preis der BBAG Jährlings-Auktion 2026 (52.000 Euro, 2.400 Meter). Mit den hier verdienten 25.000 Euro steigerte er seine Gewinnsumme auf 43.250 Euro, wobei sicherlich noch einiges hinzukommen dürfte.

Unter dem viermaligen deutschen Jockey-Champion Bauyrzhan Murzabayev machte sich der 40:10-Mitfavorit auf der Zielgeraden bequem von den Außenseitern Edlington und Abacus (Manager Lars-Wilhelm Baumgarten: „Er hat unsere Erwartungen erfüllt, das war eine sehr gute Leistung“) sowie dem Lokalmatador Yacomo (Trainer Fabian-Xaver Weißmeier: „Eventuell wurden ihm die 2.400 Meter etwas zu lang“) frei. Die Viererwette bezahlte 17.209:10 Euro. „Four Seasons hatte Zeit benötigt, das dankt er uns nun. Er ist ein richtiger Steher“, erklärte Siegtrainer Peter Schiergen (Köln).

Zur Mega-Quote alle überrascht

Als längste Außenseiterin war die von Matthias Keller in Blieskastel für Peach Mountain Racing (dahinter verbirgt sich der Trainer gemeinsam mit Carsten Biedermann) vorbereitete Atlantic Ways in den Coolmore Stud Baden-Baden Cup (30.000 Euro, 1.400 Meter) gegangen. Doch eine Quote von 703:10 hinderte die fünfjährige Stute aus irischer Zucht nicht an einer der größten Sensationen der letzten Jahre in Iffezheim.

Mit einem mächtigen Endspurt schob sich Jockey Martin Seidl, dem aktuell scheinbar alles gelingt, mit Atlantic Ways, die nach vier Monaten bei Trainer Gerald Mosse in Frankreich nach Deutschland zurückgekehrt war, noch mit einem Hals an der schon in Sicherheit geglaubten Polin Bint New Bay und der stark aufkommenden Engländerin Queen’s Reign vorbei. Auch Lady Evi hatte als Vierte starke Szenen, während die Favoritin Demah ihre Chancen schon bei einem schlechten Start gelassen hatte.

Jockey Martin Seidl sagte: „Atlantic Ways stand sehr hoch am Toto, denn sie ist stark unterschätzt worden. Sie hatte in Frankreich einige gute Leistungen gezeigt, Aus Startbox zwei hatten wir ein ideales Rennen. Auch Gerald Mosse hatte schon gesagt, dass sie besser ist, als das, was ihre Formen zeigten.“

Trainer Matthias Keller, der seinen größten Triumph auf der Flachbahn feierte, ergänzte: „Wir hatten sie vier Monate bei Gerald Mosse, um nicht die kräftezehrenden Transporte nach Frankreich in Kauf nehmen zu müssen. Wir hatten gehofft, vielleicht unter die ersten fünf Pferde kommen zu können. Denn wir wussten, dass sie mehr kann als ihr Valeur. Dass sie gewonnen hat, ist natürlich grandios. Ende des Jahres wollen wir mit ihr züchten.“

Shejtan ein Pferd mit Zukunft

Ein Pferd, das man sich merken sollte, ist der Schlenderhaner Dreijährige Sheitan, der im einleitenden 2.000 Meter-Rennen unter Benjamin Marie völlig souverän gegen Lucky Shawna und Garvey zum dritten Treffer beim erst vierten Start kam. Der 21:10-Favorit entsprach seiner Einschätzung vollauf und sorgte für den ersten Erfolg von Trainer Peter Schiergen im Rahmen der „Großen Woche“, dem später noch der Treffer mit Four Seasons folgte.

Jubiläum für Trainer Weißmeier

Ein tolles Jubiläum durfte der Iffezheimer Trainer Fabian Xaveer Weißmeier in einer 2.000 Meter-Prüfung freuen, denn mit SLR racings Luna (56:10) unter Bauyrzhan Murzabayev landete der Coach seinen 100. Karrieretreffer.

Auch Weißmeiers Iffezheimer Kollege Manfred Weber durfte sich über einen vollen Erfolg freuen – in einem 1.600 Meter-Handicap, mit Gestüt Görlsdorfs Quemoona (78:10), die mit dem wie entfesselt agierenden Martin Seidl noch hauchdünn an Age of Aquarius vorbeikam.

Doch damit nicht genug. Auch Trainer Gordan Batistic stand auf dem Siegertreppchen, denn sein Neuzugang Oasis Diamond (94:10) marschierte beim ersten Start unter seiner Regie für HJ Racing Team Start-Ziel in einem 1.400 Meter-Handicap den Gegnern davon. Champion Thore Hammer-Hansen hatte das Rennen bestens eingeteilt.

Der Wettumsatz in den neun Rennen belief sich auf 532.967,97 Euro, ein klares Plus gegenüber 2025.

Zwei tragische Zwischenfälle

Überschattet wurde der Renntag von zwei tragischen Zwischenfällen. Im vierten Rennen erlitt das Pferd Rex Carver unmittelbar nach dem Ziel einen Aortaabriss und war sofort tot. Schmerzen musste er nicht mehr erleiden. Im siebten Rennen zog sich Buckleupbuttercup einen Fesselbeinbruch zu und und konnte leider nicht gerettet werden. Der Veranstalter „Baden Galopp“ bedauerte diese Unfälle zutiefst und drückt allen Beteiligten sein Mitgefühl aus.

Nächster Renntag am Samstag

Fortgesetzt wird die „Große Woche“ am Samstag mit dem vierten Renntag. Es handelt sich um den „Ladies Day“ rund um den T. von Zastrow Stutenpreis (70.000 Euro, 2.400 Meter). Der erste Start erfolgt um 13.30 Uhr (Platzöffnung ist um 12 Uhr).

Foto-Quelle: Marc Rühl/Baden Galopp

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