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Daniel Keita-Ruel: „Ich bereue es jeden Tag“

Nach Haftstrafe ist Wattenscheider Angreifer wieder auf der Erfolgsspur.

In der Vita von Daniel Keita-Ruel (Foto), Offensivspieler des West-Regionalligisten SG Wattenscheid 09, klafft ein großes Loch. Begonnen hatte die Karriere des heute 27-Jährigen beim Wuppertaler SV, anschließend war er für Borussia Mönchengladbach und den Bonner SC am Ball. Danach kehrte er zum WSV zurück, kam sogar in der 3. Liga zum Einsatz. Doch dann beging der Deutsch-Franzose eine Dummheit. Wegen gleich mehrerer Raubüberfälle, bei denen die Bande um Keita-Ruel fast 100.000 Euro erbeutet hatte, musste er fast vier Jahre ins Gefängnis. Beim Oberligisten Ratingen 04/19 startete Keita-Ruel sein Comeback. Seit Saisonbeginn spielt der Angreifer, der nebenbei auch als Model tätig ist, für den ehemaligen Bundesligisten Wattenscheid 09.

Im aktuellen FUSSBALL.DE-Interview spricht Daniel Keita-Ruel mit MSPW-Redakteur Thomas Ziehn über die Zeit im Gefängnis, die Lehren aus seinen Straftaten, das erste Training in Freiheit und die Zukunft.

FUSSBALL.DE: Beim jüngsten 3:2-Auswärtssieg über Ihren Ex-Klub Bonner SC haben Sie das wichtige 1:2-Anschlusstor erzielt, in letzter Minute aber einen Elfmeter verschossen. Wie haben Sie das Spiel erlebt, Herr Keita-Ruel?

Daniel Keita-Ruel: In der Anfangsphase waren wir überlegen. Dennoch ist Bonn mit der ersten Chance in Führung gegangen, hat dann schnell das 2:0 nachgelegt. Das 2:1 war aus unserer Sicht der Schlüssel. In der Kabine war niemand, der am Sieg gezweifelt hat. Beim Elfmeter wollte ich – zugegeben – an meiner alten Wirkungsstätte unbedingt ein weiteres Tor nachlegen. Das hätte sich beinahe gerächt, denn Bonn hat in der Nachspielzeit das Lattenkreuz getroffen. Deshalb war ich nach dem Schlusspfiff auch sehr erleichtert. Unser Trainer Farat Toku hat zu mir gesagt, dass er mich über den Platz gejagt hätte, wenn der BSC das 3:3 erzielt hätte (lacht).

FUSSBALL.DE: Wandeln Sie häufiger auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn?

Keita-Ruel: Das würde ich nicht sagen. Zu Saisonbeginn habe ich zwar einige Chancen ausgelassen. Mittlerweile habe ich insgesamt aber die nötige Lockerheit gefunden.

FUSSBALL.DE: Dank des Erfolgs beim Aufsteiger aus Bonn hat die SGW die dritte Niederlage am Stück verhindert. Wie wichtig war das?

Keita-Ruel: Sehr wichtig. Zuvor hatten wir zweimal völlig unnötig 0:1 verloren. In beiden Spielen waren wir eigentlich überlegen. Deshalb waren die Zweifel, dass es gegen Bonn wieder besser laufen würde, nicht sonderlich groß.

FUSSBALL.DE: In der Tabelle rangiert Wattenscheid überraschend weit oben auf Rang vier. Wie gehen Sie und wie geht die gesamte Mannschaft damit um?

Keita-Ruel: Für mich ist das gar nicht so unverständlich. Ich sehe in jedem Training, welch ein Potenzial in der Mannschaft steckt. Wir arbeiten nach dem Motto: Nur wer fleißig ist, kann auch Erfolg haben. Qualität ist entscheidend, nicht der Etat.

FUSSBALL.DE: Im Sommer musste der Klub einen großen Umbruch vollziehen. Nicht weniger als 17 Spieler sind neu. Was sind die Gründe dafür, dass es dennoch so gut läuft?

Keita-Ruel: In der Wattenscheider Mannschaft geht es extrem familiär zu. In der Form habe ich das noch nie erlebt. Bei uns passt kein Blatt dazwischen. Nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz sind wir eine Einheit. Eine entscheidende Rolle dabei spielt Trainer Farat Toku. Er weiß genau, wie er mit jedem einzelnen Spieler umgehen muss.

FUSSBALL.DE:
Für Sie persönlich stehen nach zehn Partien fünf Treffer und eine Vorlage zu Buche. Zufrieden?

Keita-Ruel: Das ist in Ordnung. Entscheidend ist ohnehin, dass die Mannschaft erfolgreich ist. Wenn ich mit Toren dabei helfen kann, umso besser. Ich weiß aber auch, dass noch mehr Treffer möglich gewesen wären. Das spornt mich an.

Das gesamte Interview lesen Sie auf FUSSBALL.DE.

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