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Alemannia Aachen: Monika Fuchs enthüllt „Werner Fuchs Tribüne“

Stehplatztribüne am Tivoli wird nach Trainer-Legende benannt.
„Das ist eine tolle Geste der Alemannia, Werner wird sich da oben sicher riesig darüber freuen“, bedankte sich Monika Fuchs (auf dem Foto in der Mitte) beim West-Regionalligisten Alemannia Aachen für die Umbenennung der Stehplatztribüne auf dem Aachener Tivoli in „Werner Fuchs Tribüne“. Zusammen mit Alemannia-Geschäftsführer Martin Bader (rechts) und Chris Nießen (links) von den „Karlsbande Ultras“, der das Design der Banden entworfen hat, weihte sie die Tribüne offiziell ein.

„Ich freue mich, dass wir Werner Fuchs ein dauerhaftes Andenken auf dem Tivoli geben“, sagte Martin Bader. „Ebenso möchte ich mich bei den Fanclubs der Alemannia bedanken, bei denen diese Idee auf fruchtbaren Boden gestoßen ist und insbesondere für das schöne Design der Banden.“

Alemannia-Präsident Martin Fröhlich meinte: „Als Traditionsverein darf und muss man auch an die großen Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte erinnern. Werner Fuchs ist einer dieser Alemannen, die tiefe Spuren hinterlassen haben. Meine ganz persönliche Alemannia-Beziehung als Jugendlicher wurde durch Werner Fuchs und den Aufstieg geprägt. Mit der Werner Fuchs Tribüne wird ihm ein gebührendes Denkmal gesetzt.“

„Die Umbenennung der Stehplatztribüne soll nur der Anfang des Ausbaus der dauerhaften Reminiszenzen an Alemannia-Legenden auf dem Aachener Tivoli sein“, lässt Martin Bader in die Zukunft blicken. „Erste Initiativen gab es bereits mit dem Traditionsweg im Stadionumlauf sowie den Steinen der Aufstiegshelden auf dem Vorplatz der NetAachen-Tribüne.“

Werner Fuchs – die Trainer-Legende der Alemannia

Werner Fuchs trainierte die Alemannia von 1984 bis 1987 sowie von 1996 bis 1999 und führte den Verein zum Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Mit insgesamt sechs Spielzeiten ist er Rekordtrainer der Alemannia.

Der gebürtige Kaiserslauterer bestritt 1967/68 eine Bundesligapartie für den 1. FC Kaiserslautern und war später beim SV Alsenborn, Hannover 96 und Preußen Münster aktiv. Erste Trainerstationen waren der FSV Salmrohr, Hassia Bingen und der FC St. Wendel, bevor er 1984 von der Alemannia verpflichtet wurde. Mit bescheidenen finanziellen Mitteln stellte er eine junge Mannschaft mit vielen Neuzugängen zusammen, die überraschend auf Anhieb Herbstmeister der 2. Bundesliga wurde. Auch wenn es wie in den folgenden beiden Spielzeiten nie ganz zum Aufstieg reichte, brachte er die krisengeschüttelte Alemannia wieder positiv in die Schlagzeilen. Nach drei erfolgreichen Jahren verließ Werner Fuchs die Alemannia und trainierte in den folgenden Jahren den 1. FC Saarbrücken, Hertha BSC, Eintracht Braunschweig, den VfB Oldenburg und den Wuppertaler SV. Der größte Erfolg in dieser Zeit gelang ihm mit Hertha BSC, die er nur zwei Jahre nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga 1990 in die 1. Bundesliga führte – perfekt gemacht wurde der Aufstieg ausgerechnet durch ein 1:1 auf dem Aachener Tivoli.

Zu Beginn der Saison 1996/97 führte ihn sein Weg zurück zur Alemannia, die zu dieser Zeit mit mittelmäßigem Erfolg in der Regionalliga spielte und sich von Trainer Gerd vom Bruch trennte. Wie schon in den 80er-Jahren stand Werner Fuchs nur wenig Geld für einen schlagkräftigen Kader zur Verfügung. Schon 1997/98 verbesserte sich die Alemannia unter Fuchs vom 11. auf den 7. Platz, erreichte das Achtelfinale des DFB-Pokals und zeigte wieder attraktiveren Fußball, der viele Zuschauer zurück an den Tivoli brachte. Mit gezielter Einkaufspolitik und einem konsequent umgesetzten System gelang es dem Team um Werner Fuchs auch 1998/99 der finanzstärkeren Konkurrenz zu trotzen. Nach drei aufeinanderfolgenden Niederlagen im Winter sah es zwischenzeitlich so aus, als würde die Alemannia „wie gewohnt“ alle Aufstiegschancen verspielen. Ein 1:0 in Siegen läutete jedoch eine unglaubliche Serie von elf Siegen ein, die immer noch Vereinsrekord bedeutet. In begeisternden und dramatischen Spielen wie z.B. beim 2:0 über Eintracht Trier oder beim 2:1 über den SC Verl wurden nominell stärkere Gegner niedergerungen.

Nach einem 1:0 über Preußen Münster fehlte nur noch ein Sieg zum Aufstieg. Wenige Tage vor dem entscheidenden Spiel in Erkenschwick starb Werner Fuchs am 11. Mai 1999 plötzlich und unerwartet beim Waldlauf mit der Mannschaft an Herzversagen. Wenige Tage später gewann die Alemannia mit 2:0 in Erkenschwick. Die Aufstiegsfreude war untrennbar mit der großen Trauer um den Verlust eines großen Trainers und vor allem eines feinen Menschen verbunden. Sein großes Engagement und seine menschliche Art bleiben unvergessen.

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