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DFL: Westklubs gehen gemeinsam gegen Internet-Hetze vor

Projekt mit Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW gestartet.


Bayer 04 Leverkusen, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, VfL Bochum, 1. FC Köln, Fortuna Düsseldorf, SC Paderborn 07 und FC Schalke 04: Die DFL-Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga aus dem Westen sowie die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) haben vereinbart, gemeinsam im Projekt „Wer hetzt, verliert!“ strafbaren Hass zu bekämpfen. Werden Spieler oder Verantwortliche eines Vereins in der digitalen Welt angegriffen, können diese Sachverhalte im Rahmen der Projektarbeit bei der ZAC NRW zeitnah und unbürokratisch zur Anzeige gebracht werden. Ziel ist die konsequente Verfolgung von strafbaren Hasskommentaren.

„Dass sich alle Profifußballklubs aus Nordrhein-Westfalen diesem Ziel verpflichtet haben, ist ein starkes Signal“, sagt Jonas Schlevogt, Justiziar des VfL Bochum und Projektkoordinator der Fußballklubs. „Alle Lizenzvereine gemeinsam in einem Team mit der ZAC NRW – diese besondere Allianz hat die Kraft, Hass im Netz anzugehen und konsequent strafrechtlich zu verfolgen. Wichtig ist uns dabei, dass es nicht darum geht, Meinungen oder kritische Äußerungen zu beschränken, sondern ausschließlich Verhaltensweisen, die schlichtweg strafbar sind, entschieden entgegenzutreten“, so Schlevogt weiter.

Bereits Mitte September hatten sich Vertreter der Vereine und der Cybercrime-Zentralstelle in Bochum im Vonovia Ruhrstadion getroffen, um die wesentlichen Leitlinien der Zusammenarbeit abzustimmen und konkrete Umsetzungsschritte zu vereinbaren. Die ZAC NRW führt in einer ersten Phase für die Social-Media-Teams der Vereine Schulungsmaßnahmen und Fortbildungen durch, wie man strafbaren Hass von bloßer Meinungsäußerung trennscharf unterscheiden kann. Ist die Grenze zur Strafbarkeit überschritten, erfolgt die Anzeigenerstattung online über ein komplett digitales System. Die Expertinnen und Experten der ZAC NRW überprüfen die angezeigten Sachverhalte auf strafrechtliche Relevanz, leiten Ermittlungsverfahren ein und identifizieren gemeinsam mit den polizeilichen Partnern die hinter den Kommentaren stehenden Beschuldigten.

Der Leitende Oberstaatsanwalt Markus Hartmann, Leiter der ZAC NRW, erläutert: „Das System ist modern, effizient und wirksam zugleich. Mich freut dabei besonders, dass die Initiative von den Klubs ausgegangen ist. Hass im Netz ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und Vereine wie Strafverfolger stellen sich gemeinsam dieser Herausforderung.“

Das Projekt wird im ersten Quartal 2024 zu einer großen Fachtagung mit Spitzen der Vereine, Fachleuten der Strafverfolgungsbehörden und Vertretern der Verbände erneut ins Vonovia Ruhrstadion einladen, um die Zusammenarbeit zu vertiefen und das Projekt öffentlich vorzustellen.

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