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WSV-Pagano: Flügelflitzer und Eiscafé-Manager

Neben dem Fußball betreibt der 31-jährige Italiener eine Eisdiele.silvio-pagano-eisdiele2

„Am besten gehen Mango und Schokolade“, verrät Jungunternehmer Silvio Pagano (Foto), der seit knapp vier Monaten eine eigene Eisdiele im größten Bochumer Einkaufsparadies („Ruhrpark“) betreibt. Während viele seiner Teamkollegen vom West-Regionalligisten Wuppertaler SV während der Winterpause die Seele baumeln lassen, durchschnaufen und die Füße hochlegen, steht für Flügelflitzer Pagano („Ich mag es am liebsten klassisch, also Vanille“) auch in der fußballfreien Zeit mindestens ein Acht-Stunden-Tag auf dem Programm.

„Auch über die Feiertage wird bei uns gearbeitet“, sagt der 31-Jährige Italiener gegenüber FUSSBALL.DE und MSPW. Zusammen mit seinem Geschäftspartner und langjährigen Freund Giuseppe Scolaro versucht der Existenzgründer, der seit seiner Kindheit von allen nur „Pino“ gerufen wird, sich mit seinem Eiscafé ein zweites Standbein nach seiner Fußballerkarriere aufzubauen.

VfL-Legende „Ata“ Lameck schaut mal vorbei

Die Chancen, dass Paganos Projekt von Erfolg gekrönt wird, stehen nicht schlecht. Knapp über eine Million Menschen schlendern monatlich im teilweise überdachten Einkaufscenter an seinem Eiscafe „La Luna“ (Der Mond) vorbei, das nur 150 Meter vom Fanshop des Zweitligisten VfL Bochum entfernt liegt. Da kommt es auch schon einmal vor, dass VfL-Legende Michael „Ata“ Lameck, mit 518 Bundesligaeinsätzen Rekordspieler beim VfL, vorbeischaut und sich im gemütlichen Ambiente einen Kaffee oder Espresso gönnt. Ein weihnachtlich geschmücktes Schaufenster, edles Mobiliar, insgesamt 36 verschiedene Eissorten, aber auch Frühstücks- und Kuchenangebote laden zu einem Besuch in der Filiale einer großen Franchise-Kette ein.

Betritt man die blitzeblank gebohnerte und 177 Quadratmeter große „Mondfläche“, sieht man „Pino“ sofort in seinem Element. Der Wuppertaler Offensivspieler gibt hinter der Theke die Kommandos, wirkt wie ein Regisseur, der seine insgesamt 14 Angestellten möglichst gut einzusetzen weiß, damit der Laden läuft. Außerdem kassiert und bedient Pagano, organisiert die Bestellungen, hat dabei für jeden Kunden ein freundliches Wort übrig. Auch seine Schwester Daniela, die hauptberuflich als Bürokaufrau tätig ist, hilft auf 450-Euro-Basis mit, wenn es einmal eng wird. „Ich bin sehr froh, dass ich Daniela habe. Sie macht für mich die Buchhaltung, sonst würden für meinen Tag 24 Stunden nicht ausreichen“, ist „Pino“ glücklich, dass die Familie zusammenhält.

Zehn Jahre Anlauf für die „zweite Karriere“

Mit 21 Jahren war Silvio Pagano, der damals beim SC Verl unter Vertrag stand und mit Daniel Scherning, dem jetzigen Co-Trainer des Drittligisten SC Paderborn 07, in Ostwestfalen eine Wohngemeinschaft bildete, „La Luna“-Geschäftsführer Orhan Dag zum ersten Mal begegnet. „Schon damals hatte mir Orhan das Angebot gemacht, bei ihm einzusteigen. Zehn Jahre hat es gedauert, bis ich darauf eingegangen bin“, erinnert sich Pagano, den mittlerweile eine langjährige Freundschaft mit dem Eisdielen-Chef verbindet.

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Der gelernte Sport- und Fitnesskaufmann Pagano, der erst seit dem Sommer zum zweiten Mal (nach der Saison 2010/2011) beim Wuppertaler SV in seiner Heimatstadt unter Vertrag steht, hatte sich bereits seit einiger Zeit Gedanken gemacht, wie es nach seiner Fußballerkarriere weitergehen soll. Während seines Engagements in der Saison 2015/2016 beim KFC Uerdingen 05, für den er bei 24 Einsätzen in der Oberliga Niederrhein sieben Tore erzielte, arbeitete Pagano bereits halbtags für die Firmengruppe des langjährigen WSV-Präsidenten Friedhelm Runge, der sich inzwischen beim Uerdinger Ligakonkurrenten SSVg Velbert engagiert. „Pino“ wurde eingearbeitet, sollte später im Vertrieb für den Bereich Italien eingesetzt werden. Dazu kam es aber nicht.

„Genau in diesem Zeitraum wurden die Planungen für das Eiscafé immer konkreter. Die Verhandlungen mit dem Ruhrpark-Management liefen. Ich musste mich entscheiden. Entweder selbst Jungunternehmer werden oder als Angestellter in einem weltweit operierenden Firmengeflecht arbeiten“, so Pagano, der die Selbstständigkeit wählte.

Vormittags im Laden, nachmittags zum Training

Doch wie lässt sich dieser Full-Time-Job mit dem Regionalligafußball für einen ambitionierten Traditionsklub wie den Wuppertaler SV verbinden? „Das Gesamtpaket stimmt. Ich habe die Rückendeckung vom Verein, kann mich vormittags um meinen Laden kümmern und muss erst nachmittags zum Training erscheinen. Sollten einmal zwei Einheiten pro Tag anstehen, bin ich entschuldigt“, sagt Pagano.

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