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Galopp Mülheim: Helfenbein schreibt Geschichte

Kölner Jockey-Oldie gewinnt erste Prüfung unter Regie des neuen Rennclubs.
Andreas Helfenbein hat ein Stück Mülheimer Galopp-Geschichte geschrieben. Der 50-jährige Kölner Jockey-Routinier gewann am Dienstag auf der Rennbahn am Raffelberg vor rund 3.000 Zuschauern mit dem vierjährigen Hengst Shining Lord (Foto) das Saison-Auftaktrennen und damit auch die erste Prüfung beim Neustart unter der Regie des neuen Galopprennvereins „Rennclub Mülheim an der Ruhr e.V.“.

Obwohl Helfenbein schon rund 1.500 Siege auf dem Konto hat, war der Auftakterfolg beim After-Work-Renntag in Mülheim für ihn kein Treffer wie jeder andere. „Schon seit 25 Jahren komme ich regelmäßig zum Raffelberg, war zeitweise auch am Diana-Stall von Uwe Ostmann tätig. Die Nachricht, dass es nach der Insolvenz des alten Rennvereins weitergeht, hat mich sehr gefreut. Jetzt bin ich umso glücklicher, gleich das erste Rennen gewonnen zu haben“, schwärmte Helfenbein.

Mit dem von Christian Sprengel (Hannover-Langenhagen) für das Gestüt Wittekindshof von Hans-Hugo Miebach (Dortmund) trainierten 17:10-Favoriten Shining Lord behielt Helfenbein in dem mit 5.000 Euro dotierten „Preis des Gestüts Etzean“ nach 2.000 Metern gegenüber zwei Konkurrenten die Oberhand. Ursprünglich sollten fünf Pferde ins Rennen gehen, Feuerlilie und Zaletta konnten aber kurzfristig nicht starten.

Shining Lord siegte leicht mit zweieinhalb Längen Vorsprung vor Pangania, die von Pavel Vovcenko (Bremen) vorbereitet und von Jaromir Safar (war in Tschechien schon Champion) geritten wurde. Weitere 49 (!) Längen zurück landete Lokalmatador Flying Flamingo aus dem Trainingsquartier der Mülheimer Trainerin Yasmin Almenräder mit dem belgischen Jockey Stephen Hellyn auf Platz drei.

Gleich nach dem Start war Pangania an die Spitze gestürmt, dahinter ordneten sich Flying Flamingo und Shining Lord ein. An dieser Reihenfolge änderte sich bis eingangs der Zielgeraden nichts. Den ersten Angriff startete dann Shining Lord, der schnell die Spitze übernahm – und sich den Sieg nicht mehr nehmen ließ. Während Pangania noch mithalten konnte, musste Flying Flamingo abreißen lassen.

„Er hatte Atemprobleme“, lieferte Yasmin Almenräder später die Erklärung. „Deshalb hat ihn Jockey Stephen Hellyn auch im Endspurt in Ruhe gelassen und nichts mehr versucht. Das war eine vernünftige Entscheidung.“

Groß war die Freude dagegen bei Siegjockey Andreas Helfenbein, der schon vor dem Start geahnt hatte, dass es gut laufen würde. „Shining Lord hatte mir bereits beim Aufgalopp ein gutes Gefühl vermittelt. Da er nicht gerne von vorne läuft, war die hintere Position während des Rennens optimal“, so der Kölner.

Äußerst zufrieden mit dem Auftakt des Renntages zeigte sich auch der neue Mülheimer Galopper-Präsident Karl-Dieter Ellerbracke (Rödinghausen/Gestüt Auenquelle). „Mit Shining Lords Besitzer Hans-Hugo Miebach verbindet mich eine Freundschaft. Es freut mich, dass seine Farben zum Auftakt gewonnen haben“, so der Funktionär, der vom großen Zuschauerzuspruch begeistert war. „Die Mülheimer lieben ihre Rennbahn. Die Tribünen sind voll, das Geläuf außerdem in einem Top-Zustand. So kann es gerne weitergehen.“

Mit einer Überraschung endete das zweite Rennen des Tages, das mit 6.000 Euro dotierte „Hermann Langen-Memorial“ über 2.000 Meter. Die in den Niederlanden von Lucien van der Meulen vorbereitete Stute Athalyna setzte sich mit der erst 18-jährigen Amateur-Championesse Lilli-Marie Engels (Warendorf) zum Totokurs von 135:10 gegen die Konkurrenz durch.

„Noch bis zur Gegengerade hatte ich – um ganz ehrlich zu sein – nicht das Gefühl, dass es zu einem Sieg reichen könnte. Doch die Stute hat vorbildlich gekämpft“, strahlte Lilli-Marie Engels, die mit Athalyna schon im letzten Jahr in Bremen einmal erfolgreich war und sich 2017 mit insgesamt 20 Siegen den Titel bei den Amateurrennreiterinnen gesicher hatte.

Hinter Athalyna landeten in Mülheim mit dem bereits neunjährigen Wallach Alta Monte (315:10) unter Jockey Stephen Hellyn (Wortegem/Belgien) und der sechsjährigen Stute Eyes On Me (116:10) unter Mira Kraeber (Dortmund) zwei weitere Außenseiter auf den nächsten Plätzen. Die Dreierwette zahlte 11.622 Euro auf der Basis von zehn Euro Einsatz.

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