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Wattenscheids Trainer Farat Toku: „So schwierig wie noch nie“

Turbulenzen in der Vereinsführung gehen nicht spurlos am Team vorbei.
Farat Toku (Foto) ist einiges gewohnt. Seit Januar 2015 arbeitet der 39-jährige A-Lizenz-Inhaber als Trainer der SG Wattenscheid 09 und hält den Traditionsverein trotz äußerst bescheidener finanzieller Möglichkeiten und regelmäßiger Turbulenzen beharrlich in der Regionalliga. Da will es schon etwas heißen, wenn Toku wenige Tage vor dem Saisonstart beim SC Verl (Samstag, 14 Uhr) zum Fachmagazin kicker und MSPW sagt: „So schwierig wie diesmal war es noch nie, einen möglichst schlagkräftigen Kader zusammenzustellen und sich in Ruhe auf die neue Spielzeit vorzubereiten. Dabei wartet eine knüppelharte Saison auf uns.“

Was der ehrgeizige 09-Trainer meint, aber nicht öffentlich sagt, ist klar: Wenn schon vor Saisonbeginn zumindest verzögerte Gehaltszahlungen bekannt werden, wenn sich erste Risse in der Vereinsführung andeuten und diese schließlich im Rücktritt des Aufsichtsrats-Vorsitzenden und bisherigen Haupt-Geldgebers Oguzhan Can gipfeln, wenn gerade einmal sieben Spieler aus dem alten Kader bleiben und 15 Neue integriert werden müssen, dann kann kaum von einer optimalen Vorbereitung gesprochen werden. „Es ist klar, dass diese Ereignisse im Umfeld nicht spurlos an den Spielern vorbeigehen“, formuliert Toku vorsichtig.

Mit einem Etat, der deutlich unter einer halben Million Euro liegt, ist es dem Trainer in intensiver Zusammenarbeit mit Sportdirektor Peter Neururer dennoch gelungen, einige vielversprechende Kicker an die Lohrheide zu locken, auch wenn einige fast schon fixe Transfers (unter anderem des Ex-Wuppertalers Kevin Hagemann, der Fortuna Düsseldorf II vorzog) kurzfristig geplatzt waren. Das Problem: Die meisten Zugänge, die schon Erfahrung mitbringen, kommen entweder aus langwierigen Verletzungen (wie Marwin Studtrucker) oder hatten zuletzt kaum Spielpraxis (wie Torhüter Florian Kraft, Jonas Acquistapace, Louis Ferlings, Richard Weber, Boris Tomiak oder Tolga Cokkosan). „Sonst hätten wir sie auch nicht bekommen“, weiß Toku. Immerhin: Bis auf Weber (Reizung im Knie) steht für die Auftaktpartie beim „Geheimfavoriten“ (Toku) in Verl der komplette Kader zur Verfügung.

Wie es wirtschaftlich nach dem Abschied von Can weitergeht, ist offen. Viele SGW-Fans hoffen, dass von den verbliebenen Aufsichtsräten jetzt Ex-Schalke-Präsident Josef Schnusenberg und vor allem Hans Mosbacher, der ein Service-Unternehmen mit einem dreistelligen Millionen-Umsatz im Jahr führt, mehr in die vordere Reihe rücken und eine mögliche Insolvenz verhindern. Can hatte nach eigenen Angaben mehr als eine Million Euro in den Verein investiert, allerdings zum großen Teil als Darlehen. Wie sehr und vor allem wie lange die Einnahmen aus dem „Retterspiel“ gegen den FC Schalke 04 (2:2), die geschätzt bei rund 150.000 Euro liegen dürften, dem Verein helfen, kann noch nicht seriös beantwortet werden.

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