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WDFV: Verbandsgericht soll Urteil gegen Heiko Vogel überprüfen

Vorwurf der Diskriminierung steht beim Gladbacher U 23-Trainer im Raum.


Das Präsidium des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) hat entschieden, das Urteil des WDFV-Sportgerichts vom 9. März 2021 im Verfahren gegen den Fußball-Lehrer Heiko Vogel (Trainer des West-Regionalligisten Borussia Mönchengladbach U 23) durch das Verbandsgericht des WDFV überprüfen zu lassen. Das Verbandsgericht ist die höchste Rechtsinstanz des Westdeutschen Fußballverbandes. „In diesem Zusammenhang stellt der WDFV ausdrücklich fest, dass die Verbandsportgerichtsbarkeit unabhängig und nicht weisungsgebunden ist. Deshalb ist das Präsidium nicht berechtigt, eine rechtskräftig getroffene Entscheidung aufzuheben, kann aber die Überprüfung eines Urteils von der nächsthöheren Instanz verlangen“, so der Verband.

Insbesondere solle durch das Verbandsgericht geprüft werden, ob im Zusammenhang mit dem Verhalten von Heiko Vogel am Rande des Regionalliga-Spiels der Gladbacher U 23 gegen den SV Bergisch Gladbach 09 (2:1) der Tatbestand der Diskriminierung gegeben ist. Während des Spiels, das unter der Leitung von Schiedsrichter Marcel Benkhoff (Ahaus) sowie der beiden Assistentinnen Vanessa Arlt (Greven) und Nadine Westerhoff (Castrop-Rauxel) ausgetragen wurde, hatte sich Vogel „in ausfälliger Weise in Richtung der Referees geäußert“. Wie inzwischen bekannt wurde, soll der Trainer geäußert haben: „Frauen haben auf dem Fußballplatz einfach absolut nichts zu suchen.“

„Diskriminierung hat weder im Fußball noch in der Gesellschaft Platz“, sagt Gundolf Walaschewski, Vizepräsident des Westdeutschen Fußballverbandes. „Dazu bekennt sich auch der WDFV und mit ihm die Fußballfamilie in Nordrhein-Westfalen ausdrücklich. Das bedeutet konkret: Null Toleranz gegen sexuelle Diskriminierung und null Toleranz gegen Diskriminierung generell. Außerdem ist es unsere Pflicht, dass wir uns schützend vor unsere Schiedsrichter:innen stellen. Deshalb ist es dem Präsidium wichtig, dass das Geschehen rund um das betreffende Spiel und die Äußerungen des Fußball-Lehrers Heiko Vogel lückenlos aufgearbeitet und geprüft werden.“

Vogel war „wegen unsportlichen Verhaltens“ unter anderem mit einer Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro und dem Innenraum-Verbot für zwei Meisterschaftsspiele der von ihm betreuten Regionalliga-Mannschaft belegt. Außerdem wurde Vogel als eine Art „Wiedergutmachung“ auf eigenen Vorschlag auferlegt, bis zum 30. Juni 2021 sechs Trainingseinheiten einer Frauen- oder Mädchenmannschaft seines Vereins zu leiten.

Das empört viele Bundesliga-Spielerinnen, die einen Offenen Brief an den DFB mit dem Appell schrieben, hier aktiv zu werden. „Uns stellt sich die Frage, wie das Trainieren eines Frauen- oder Mädchenteams als eine Strafe festgelegt werden kann“, heißt es dort. „Dieses Urteil diskriminiert alle Frauen im Sport und speziell im Fußball.“

Auch DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg nahm zu dem Fall Stellung: „Es ist mir auch unbegreiflich, dass man ein Training einer Frauenmannschaft als Teil einer Strafe verordnet. Ich kann den großen Ärger der Spielerinnen deshalb verstehen und nachvollziehen, dass sie sich dazu öffentlich Gehör verschaffen. Wir sind seit mehreren Tagen im Austausch mit dem Westdeutschen Fußballverband dazu. Dass das Präsidium des WDFV sich hier klar positioniert und eine Überprüfung des Urteils angeordnet hat, ist ein richtiges und notwendiges Zeichen. Als DFB stehen wir unverrückbar für Toleranz, Respekt und Fairplay und gegen jede Form von Diskriminierung.“

Foto-Quelle: Marcel Rotzoll

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