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Bayer 04 Leverkusen: Abschied von Csiszár und Kerschowski

Ex-Nationalspielerin kehrt zum Ligakonkurrenten Turbine Potsdam zurück.
Zwei Leistungsträgerinnen verlassen im Sommer das Frauen-Bundesligateam von Bayer 04 Leverkusen: Isabel Kerschowski (auf dem Foto rechts) und Henrietta Csiszár verlassen die Mannschaft von Trainer Achim Feifel nach dem Saisonfinale, das am 6. Juni beim SC Sand steigt. Während Kerschowski der FLYERALARM Frauen-Bundesliga erhalten bleibt, ist Csiszár auf der Suche nach einer neuen Herausforderung im Ausland.

Für Isabel Kerschowski schließt sich der Kreis: 2012 war die gebürtige Berlinerin zum ersten Mal vom 1. FFC Turbine Potsdam unters Bayer-Kreuz gewechselt. Es folgte ein Intermezzo beim VfL Wolfsburg (2014 bis 2018), anschließend schloss sie sich wieder dem Werksklub an. Nun zieht es die Abwehrspielerin zurück in die alte Heimat nach Potsdam. Diesen Schritt hat sich die 33-Jährige nicht leicht gemacht. „Letztendlich war es eine Herzensentscheidung. Ich kann wieder bei meiner Frau und Familie sein und dort aufhören, Fußball zu spielen, wo alles begonnen hat“, begründet Kerschowski den bevorstehenden Abschied. „Ich werde mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen. Ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt. Das ist ein super Team, und ich habe der Mannschaft mit meiner Erfahrung helfen können, unsere Ziele zu erreichen.“

Nach ihrer Rückkehr vor knapp drei Jahren hatte die siebenmalige Deutsche Meisterin, fünfmalige DFB-Pokalsiegerin sowie Champions-League-Siegerin und Olympiasiegerin von 2016 gleich eine Leader-Funktion in der Mannschaft eingenommen und die Kapitänsbinde erhalten. Nach nur drei Spieltagen folgte dann der herbe Rückschlag: Die 21-malige deutsche Nationalspielerin riss sich das Kreuzband und fiel über ein Jahr lang aus. Mit großer Willensstärke kämpfte sie sich zurück – spätestens seit der aktuellen Saison ist „Isy“ wieder bei ihren vollen 100 Prozent angekommen und hat in dieser Spielzeit noch keine einzige Partie verpasst. Insgesamt lief sie bislang 73-mal mit dem Kreuz auf der Brust auf.

„Isys Wunsch, wieder in der Heimat und zurück bei ihrer Familie zu sein, können wir absolut nachvollziehen. Mit ihrer Rückkehr 2018 wollte sie dem Team helfen, sich nach dem Aufstieg in die Bundesliga wieder zu etablieren. Auch wenn ihr Plan zunächst durch die schwere Verletzung durchkreuzt wurde, ging er rückwirkend betrachtet auf, wofür wir ihr sehr dankbar sind“, sagt Linda Schöttler, Managerin Frauenfußball bei Bayer 04. „Sie wird uns aufgrund ihrer Erfahrung und als Typ in jedem Fall fehlen.“

Isabel Kerschowski sagt: „Ich freue mich sehr, noch einmal als Turbine auf dem Platz stehen zu dürfen. Hier hat alles begonnen. Es ist für mich die Herzensangelegenheit – auf und neben dem Platz. I’m coming home.“

Turbine-Trainer Sofian Chahed (links) betont: „Aufgrund ihrer Erfolge und Erfahrungen wird Isabel auf und neben dem Platz eine wichtige Rolle spielen.“

Henriette Csiszár geht nächsten Karriereschritt

Nach fünf Jahren im schwarz-roten Trikot wird auch Henrietta Csiszár nach dem Auslaufen ihres Vertrages den Verein verlassen. Die ungarische Nationalspielerin zählte seit ihrer ersten Saison zu den absoluten Führungsspielerinnen bei Bayer 04. Zeitweise führte sie als zweite Kapitänin ihr Team auf dem Platz an. Nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga in der Saison 2017/2018 hielt Csiszár dem Verein die Treue und war maßgeblich am direkten Wiederaufstieg beteiligt. Die erfahrene 27-Jährige, die auf 109 Einsätze für den Werksklub kommt, möchte nun den nächsten Schritt in ihrer Karriere gehen und erwägt einen Wechsel ins Ausland.

„Ich möchte mich beim Verein und beim Team für die fünf unvergesslichen Jahre bedanken. Es war für mich eine harte Entscheidung, denn ich habe hier viele großartige Momente erlebt – wie den Wiederaufstieg, den Klassenverbleib vor zwei Jahren und die Spiele als Kapitänin. Das war mir eine große Ehre. Ich wünsche der Mannschaft nur das Beste und viel Erfolg für die Zukunft“, sagt Csiszár.

„Heni hat sich bei uns enorm entwickelt. Sie war ein entscheidender Baustein – sowohl sportlich als auch menschlich in der gesamten Entwicklung unserer Mannschaft. Nach fünf Jahren bei Bayer 04 können wir ihren Wusch, einer neuen Herausforderung nachzugehen, verstehen. Wir werden sie nur schweren Herzens gehen lassen und wünschen ihr alles Gute“, so Linda Schöttler.

Foto-Quelle: 1. FFC Turbine Potsdam

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