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Galopp Iffezheim: Gestüt Brümmerhof feiert feinen Doppelsieg

96:10-Außenseiterin Libre überraschend vor Favoritin Marshmallow.
Traumergebnis für das Gestüt Brümmerhof, die bei Soltau in der Lüneburger Heide beheimatete Zuchtstätte von Deutschlands Wunderstute Danedream: Im „Coolmore-Stud-Baden-Baden-Cup“ landete das Gestüt von Gregor und Julia Baum am Mittwoch auf der Galopprennbahn in Iffezheim bei Baden-Baden einen Doppelerfolg. Überraschungssiegerin wurde Libre (Foto) unter Jockey Wladimir Panov. Für die Favoritin Marshmallow reichte es unter Bauyrzhan Murzabayev zu Platz zwei.

Vor 5.123 Zuschauern stürmte die dreijährige Stute Libre als 96:10-Außenseiterin vom letzten Platz im siebenköpfigen Feld sicher mit einer Länge Vorsprung zum mit 14.000 Euro honorierten Sieg. In diesem Stutenrennen erkämpfte die Französin Kid Conte mit einer großen Aufholjagd Rang drei gegen die lange führende Schwedin Victoria Placa. Diese wurde von Marshmallow im Endkampf leicht irritiert. Ein Protest des Besitzers wurde von der Rennleitung jedoch zurückgewiesen.

„Wir hatten immer eine sehr gute Meinung von Libre. Sie war ja Vierte in den klassischen 1.000 Guineas“, sagte Besitzer Gregor Baum: „Aber sie wurde zweimal zu offensiv geritten.“ Jockey Wladimir Panov ergänzte: „Bei Libre spielt die Taktik eine große Rolle, da man auf ihren starken Speed setzen muss, was in ihren letzten beiden Rennen nicht der Fall war.“ Trainer Dominik Moser aus Hannover meinte: „Libre war zuletzt sehr schnell aus der Startmaschine gekommen. Diesmal haben wir die Strategie verändert und sie aus der Reserve reiten lassen. In der nächsten Woche besprechen wir die weiteren Pläne.“

Treffer für Mendocino – Derby-Dritter eingeschläfert

58.000 Euro hatte der Stall Salzburg des Freilassinger Schlafmöbel-Unternehmers Hans-Gerd Wernicke einst bei der BBAG für den vom Gestüt Brümmerhof gezogenen Adlerflug-Sohn Mendocino bezahlt. Lange schien der dreijährige Hengst aus dem Münchner Quartier von Trainerin Sarah Steinberg ein Kandidat für das Derby zu sein, doch er verpasste knapp die Qualifikation für das Rennen des Jahres. Jetzt stürmte der 31:10-Favorit mit Jockey René Piechulek mit eindreiviertel Längen Vorsprung klar zum Erfolg im „Preis der BBAG-Jährlingsauktion“.

In dem mit 52.000 Euro dotierten 2.400-Meter-Rennen verwies Mendocino die Stute Istoria und den Hengst Aff un zo auf die Plätze zwei und drei. „Mendocino stand hier sehr günstig im Rennen und musste gewinnen“, erzählte Racing Manager Harald Schneider. „Das große Ziel ist der Große Preis von Bayern im November in München.“ Jockey René Piechulek sagte: „Er ist ein Riesenkämpfer und packte aus einer tollen Lage heraus immer wieder an.“

Überschattet wurden das Rennen und der Renntag von einer plötzlichen Verletzung des Mitfavoriten Imi, dem Drittplatzierten des Hamburger Derbys vor wenigen Wochen. Stephan Buchner, Geschäftsführer der Baden Galopp GmbH & Co. KG: „Es ist ein Schock – und wir wissen nicht, was passiert ist. Es war kein Unfall, kein Fremdverschulden, es passierte im ganz normalen Galopp etwa in der Mitte des Rennens.“ Jockey Bauyrzhan Murzabayev hielt das Tier umgehend an. Die Diagnose ‚Bruch‘ machte das Einschläfern unumgänglich.

Fuhrmann-Dreierwette gleich zum Auftakt

Mit rekordverdächtigen sechs Pferden griff Trainer Frank Fuhrmann im Auftaktrennen an. Am Ende des 1.000-Meter-Sprints stellte der Coach aus Möser bei Magdeburg dann sogar die drei Erstplatzierten: Rollicking (Quote: 147:10) mit Jockey Jozef Bojko Sieger sowie Jungle Spirit und Circuskind auf Rang zwei und drei. „In Baden-Baden habe ich das noch nie geschafft“, berichtete Fuhrmann stolz.

Das Champion-Team aus Jockey Andrasch Starke (Langenfeld) und Trainer Henk Grewe (Köln) gab sich im „Sea-The-Moon-Rennen“ für zweijährige Pferde über 1.600 Meter keine Blöße: Gegen Airfield und Said brachte Manolas zur lukrativen Quote von 82:10 einen sicheren Vorsprung nach Hause und feierte seinen ersten Sieg. „Beim ersten Start war die Strecke für ihn zu kurz, die 1.600 Meter passten besser. Er hat ein ganz anderes Gesicht gezeigt“, beschrieb Starke den 9.500 Euro-Kauf auf der BBAG-Auktion.

Mit der dreijährigen Stute Morning Eagle (36:10) landete das Team Andrasch Starke/Henk Grewe im „Preis vom Gestüt IDEE“ eine halbe Stunde später den nächsten Treffer: Die Siegerin über 2.200 Meter ist eine Halbschwester von Manolas. Beide stammen aus der Zucht der Familie Baumgarten. Die Besitzerin von Morning Eagle ist die Besitzergemeinschaft „Club Rose“ – sie besteht ausschließlich aus Frauen.

Klassische Siegerin Lancade ist wieder da

2019 hatte Stall Raffelbergs Lancade die klassischen „1.000 Guineas“ in Düsseldorf gewonnen, doch anschließend war der von Yasmin Almenräder in Mülheim trainierten Stute nicht mehr viel gelungen. Das „Fun.Wettstar.de-Rennen“ über 1.800 Meter war jetzt eine Aufgabe, die die 20:10-Favoritin vor dem weiteren früheren Gruppesieger Wonnemond souverän löste.

Der 19-jährige Robin Haedens holte sich den „Nachwuchsförderpreis der Mehl-Mülhens-Stiftung“ (1.800 Meter) auf Nanino Chardonnay.

Mit einer kleinen Sensation klang schließlich der Renntag aus: Im „Preis von Baden Galopp“ über 2.400 Meter hatte wohl niemand mit der Reihenfolge Vicinius unter Reiter Leon Wolff (Quote: 203:10) vor Larox, Go West und Laro gerechnet. Weder Dreier- noch Viererwette wurden getroffen. So wird es am Finalsonntag der „Großen Woche“ zwei Jackpots geben mit 20.956 Euro in der Viererwette und 7.925 Euro in der Dreierwette. Der Gesamtumsatz nach den elf Prüfungen am zweiten Tag der „Großen Woche“ betrug 463.663,13 Euro.

Foto-Quelle: Marc Rühl/Baden Galopp

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