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FC Schalke 04: Gedenktafel wird enthüllt

Am Wildenbruchplatz wird an mehr als 500 deportierte Juden erinnert.

Am Donnerstag, 27. Januar, jährt sich zum 80. Mal die Deportation von mehr als 500 Juden aus Gelsenkirchen nach Riga. Rund 450 von ihnen wurden bis Ende des Zweiten Weltkriegs ermordet. Zur Erinnerung an die verschleppten Mitbürger wird an diesem Tag eine Gedenktafel enthüllt, die von Fans des Fußball-Zweitligisten FC Schalke 04 im Rahmen der von ihnen gegründeten „Arbeitsgruppe Wildenbruchplatz“ entworfen worden war.

Diese Enthüllung wird am Donnerstag aufgrund der pandemischen Lage als reiner Medientermin stattfinden. Die geplante Gedenkveranstaltung muss auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Das haben alle beteiligten Gruppen und Institutionen – Fans, Jüdische Gemeinde Gelsenkirchen, Stadt Gelsenkirchen, Schalker Fanprojekt und der FC Schalke 04 – schweren Herzens, aber einvernehmlich beschlossen.

In der unmittelbaren Nähe des Verwaltungsgebäudes der Straßenbaubehörde errichtet die Stadt Gelsenkirchen auf Initiative der „Arbeitsgruppe Wildenbruchplatz“ die Gedenktafel zu Ehren der deportierten Mitbürger. Mehr als 350 von ihnen kamen aus Gelsenkirchen, dazu weitere Personen vor allem aus Recklinghausen, aber auch aus Bocholt, Bottrop, Castrop-Rauxel, Datteln, Dorsten, Gladbeck, Haltern, Herten, Lüdinghausen, Marl, Lüdinghausen, Münster und Selm. Sie wurden in den frühesten Morgenstunden des 27. Januars 1942 bei Temperaturen von minus zehn Grad und kälter in den Zug in Richtung Osten gezwungen. Fünf Tage dauert die Fahrt, schon unmittelbar nach der Ankunft in Riga beginnt das Morden.

Nach einer vom Fanprojekt und des FC Schalke 04 durchgeführten Gedenkstättenfahrt zum Konzentrationslager Auschwitz entstand bei teilnehmenden S04-Anhängern der Wunsch, das unermessliche Leid der Gelsenkirchener Juden sichtbarer zu machen. Sie haben sich mit Mitarbeitern des Schalker Fanprojekts und des FC Schalke 04 sowie in Kooperation mit Historikern des Instituts für Stadtgeschichte Gelsenkirchen (ISG) auf Spurensuche der größten Deportation von Gelsenkirchener Juden gemacht und das Schicksal der entrechteten Menschen aufgearbeitet.

Der 27. Januar ist außerdem der internationale Tag des Gedenkens an die Millionen Opfer des Nationalsozialismus. Er bezieht sich auf die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch russische Soldaten am 27. Januar 1945.

Foto-Quelle: FC Schalke 04

 

 

 

 

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