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DFL: Profiklubs beschließen Richtlinien für Nachhaltigkeit

Kriterien in Lizenzierungsordnung der Bundesliga und 2. Bundesliga verankert.
Die Bundesliga und 2. Bundesliga haben als erste große Profifußball-Ligen eine verpflichtende Nachhaltigkeitsrichtlinie in ihrer Lizenzierungsordnung verankert. Einen entsprechenden Beschluss hatte die DFL-Mitgliederversammlung gefasst.

Mit dieser Entscheidung setzen die 36 Klubs den im Dezember 2021 eingeschlagenen Weg gemeinsam fort. Damals hatten sie ein eindeutiges Bekenntnis zu Nachhaltigkeit in all ihren Dimensionen (ökologisch, ökonomisch, sozial) in die Präambel der DFL-Satzung aufgenommen und außerdem grundsätzlich beschlossen, dass Nachhaltigkeitskriterien Bestandteil des Lizenzierungsverfahrens werden sollen.

Vorgesehen ist nun ein mehrstufiges Modell der Implementierung. Dazu wurden zunächst auf der Mitgliederversammlung die Mindestkriterien verabschiedet, die sich drei Themenbereichen zuordnen lassen: „Klubführung und -organisation“, „Umwelt und Ressourcen“ sowie „Anspruchsgruppen“. Verpflichtend ist für die Klubs künftig beispielsweise der Nachweis einer Nachhaltigkeitsstrategie und einer Umweltstrategie. Dazu gehören auch jährliche Messungen des Wasserverbrauchs, der Abwasserproduktion und des Energieverbrauchs sowie eine Mobilitäts- und Verkehrsanalyse. Außerdem haben alle Klubs unter anderem einen Verhaltenskodex für alle Mitarbeitenden nachzuweisen, sich klar von jeglichen Arten von Diskriminierung abzugrenzen und sich zu Gleichberechtigung, Diversität sowie Inklusion zu bekennen.

Die in zwei Kategorien aufgeteilten Mindestkriterien werden schrittweise in Kraft treten. Die Erfüllung der Mindestkriterien I ist bereits im Lizenzierungsverfahren für die Spielzeit 2023/2024 verpflichtend nachzuweisen. Für die Mindestkriterien II, die noch weiter konkretisiert werden sollen, gilt dies zunächst optional. Im Lizenzierungsverfahren für die Spielzeit 2024/25 wird erstmals die verpflichtende Erfüllung der Mindestkriterien I und II beurteilt.

Die Nachhaltigkeitsrichtlinie wurde in den letzten Monaten erarbeitet. Eingeflossen sind die Einschätzungen der vom DFL-Präsidium eingesetzten Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit, die individuellen Rückmeldungen der Klubs sowie des Klub-Arbeitskreises Verantwortung und Einschätzungen externer Fachberatungen sowie Expertinnen und Experten. Bei der Ausarbeitung der Richtlinie wurde und wird berücksichtigt, dass Klubs, die individuell teilweise bereits umfassende Aktivitäten umsetzen, auch künftig mit Fokus auf ihre jeweiligen strategischen Schwerpunkte wirken können.

Das bereits bestehende, vor allem individuelle Engagement der Klubs erhält somit künftig einen einheitlichen Orientierungs- und Handlungsrahmen. Dabei gilt unverändert, dass derartige Maßnahmen, die enormen Einfluss auf die strukturelle, personelle und finanzielle Planung haben, für alle Klubs beider Ligen auch umsetzbar sein müssen. Daher ist die wirtschaftliche und strukturelle Spannweite innerhalb der DFL zu berücksichtigen – vom UEFA-Champions-League-Teilnehmer bis zum Aufsteiger aus der 3. Liga.

Ziel ist eine stetige und sukzessive Weiterentwicklung der Richtlinie, damit alle Klubs die Möglichkeit haben, ihre Strukturen in diesem Bereich stetig auf- und auszubauen. Vor diesem Hintergrund dienen manche Kriterien zunächst auch dem weiteren Erkenntnis- und Datengewinn. Darüber hinaus sollen ergänzend zu den Mindestkriterien in den kommenden Jahren auch „Erweiterte Kriterien“ eingeführt werden, für deren Erfüllung finanzielle und nicht-finanzielle Anreize gesetzt werden könnten. Die DFL wird sich weiterhin eng mit den Klubs abstimmen, um den gesamtheitlichen Rahmen fortlaufend auszubauen und zeitgleich die Umsetzbarkeit für Klubs zu gewährleisten.

Parallel zur Weiterentwicklung der Richtlinie arbeitet die DFL bereits an verschiedenen Kernthemen im Bereich Nachhaltigkeit. Beispielsweise ist im Rahmen des Aufbaus der Lizenzierungsstrukturen die Etablierung einer Datenplattform für die Klubs geplant. Zum einen erleichtert dies den Klubs die kontinuierliche Datenerhebung und Auswertung im Bereich Nachhaltigkeit, zum anderen ermöglicht es die Nutzung der Daten für interne Managementaufgaben oder im Austausch mit externen Anspruchsgruppen. Darüber hinaus erarbeitet die DFL gemeinsam mit externen Expertinnen und Experten zusätzliche Unterstützungsleistungen für Klubs im Rahmen der Erfüllung der Richtlinie. Dazu gehören zum Beispiel Leitfäden und Vorlagen für einheitliche Analysen, die bei der Umsetzung konkreter Kriterien unterstützen. Ein Schwerpunkt der DFL wird auch auf neuen Weiterbildungs- und Qualifizierungsangeboten im Bereich Nachhaltigkeit für die Mitarbeitenden der Klubs liegen.

Die DFL wird am 26. Juli erstmals das „DFL Nachhaltigkeitsforum“ ausrichten. Durch die Veranstaltung in Berlin soll eine Austauschplattform für die DFL und die Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga untereinander ebenso wie mit Fachleuten aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft und Medien geschaffen werden.

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