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Auch mit 75: Wilfried Masuch bleibt am Ball

Essener „Urgestein“ verschrieb sein Leben den ehrenamtlichen Tätigkeiten im Fußball.

Den bekannten Spruch vom „alten Eisen“, zu dem er noch nicht gehört, mag Wilfried Masuch eigentlich gar nicht. Dabei trifft er auf ihn selbst definitiv zu. Seine fast 75 Jahre sind dem Essener, der sich bereits seit mehr als 58 Jahren in verschiedenen Gremien von der Kreis- bis zur Bundesebene ehrenamtlich für den Fußball engagiert, wahrlich nicht anzusehen oder -merken. Nach wie vor ist Masuch, der sich zu seinem Ehrentag am kommenden Sonntag zusammen mit Gattin Gisela einen Kurzurlaub in Willingen gegönnt hat, sprichwörtlich am Ball – und will es auch noch länger bleiben.

Fast 45 Jahre Vorstandstätigkeit für seinen Heimatverein Sportfreunde Katernberg, Jugend- und Fußballobmann im Kreis 13 (Essen-Nordwest), Spielausschuss-Vorsitzender und Präsidiumsmitglied beim Fußballverband Niederrhein (FVN), stellvertretender Vorsitzender im Spielausschuss des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (WFLV), Oberliga- und Regionalliga-Staffelleiter, Mitglied im DFB-Spielausschuss: Die Liste seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten, für die der langjährige Krankenkassenbetriebswirt in den vergangenen Jahren zahlreiche Auszeichnungen (unter anderem Silberne, Goldene und Verdienstnadel des DFB, Ehrenmitgliedschaft im FVN) erhalten hatte, ist ellenlang und noch längst nicht vollständig.

Nach wie vor gehört Wilfried Masuch beispielsweise zur Stadionkommission von DFL und DFB bei Rot-Weiß Oberhausen, Rot-Weiss Essen und beim MSV Duisburg. Seit vielen Jahren verpasst so gut wie kein Heimspiel der Rot-Weissen an der Hafenstraße, ist aber auch regelmäßig auf anderen Sportplätzen anzutreffen und strotzt nur so vor Vitalität. Erst vor wenigen Monaten wurde der gebürtige Stoppenberger auf dem WFLV-Verbandstag in Duisburg-Rheinhausen noch einmal für drei weitere Jahre (bis 2016) in den Spielausschuss gewählt. „Spätestens danach ist aber wirklich Schluss“, betonte Masuch direkt nach seiner Wahl. Für nicht wenige seiner Mitstreiter ist das wohl ein fast unvorstellbares Ereignis. Im Laufe der vielen Jahre hatte sich das vielfältige Fußball-Ehrenamt für den Essener schließlich zu einem „Fulltime-Job“ entwickelt.

Der überwältigende Applaus und das Bedauern bei seiner Verabschiedung aus dem DFB-Spielausschuss 2010 (wegen der erreichten Altersgrenze von 70 Jahren) und dem damit verbundenen Ausscheiden als Staffelleiter der Regionalliga West unterstrich etwa eindrucksvoll seine große Beliebtheit bei den Vereinen und Funktionären. Mit seiner kommunikativen und geselligen Art gilt Wilfried Masuch als großer Fürsprecher der kleinen Klubs und wird auch heute nicht selten um Rat gefragt.

„Meine Kindheit in den Kriegs- und Nachkriegsjahren hat mich doch sehr für mein weiteres Leben und auch meinen Beruf geprägt“, erzählt der Jubilar, der im Januar 1939 als ältestes von vier Kindern eines Bergmannes geboren wurde und seine Kindheit in den Essener Stadtteilen Schonnebeck und Katernberg verbracht hatte. Bei eben jenen Sportfreunden aus Katernberg begann im Alter von zehn Jahren auch seine sportliche und später ehrenamtliche Laufbahn. In jungen Jahren absolvierte Masuch mehrere Einsätze für die erste Mannschaft in der damals höchsten Amateurklasse, obwohl er selbst „kein Super-Fußballer“ war.

Eine schwere Verletzung sowie eine berufliche Aus- und Weiterbildung bei der damaligen Betriebskrankenkasse Krupp (ab 1956) in Essen sorgten aber für ein relativ frühes Karriere-Ende. Bei seinem Arbeitgeber lernte der jetzige Rentner auch seine Frau Gisela kennen, mit der er seit Juni 1965 verheiratet ist und mit ihr nach wie vor in der Krupp-Siedlung in Essen-Fulerum lebt.

„Es erfüllt meine Frau Gisela und mich mit einer inneren Zufriedenheit, auch nach so vielen Jahren feststellen zu dürfen: Wir haben etwas für unsere Mitmenschen tun können. Unser Leben hat einen Sinn. In der heutigen Zeit, in der jeder um seinen Arbeitsplatz zu kämpfen hat, wird es immer schwieriger, junge Mitbürger für das Ehrenamt zu begeistern“, betont Masuch, dessen Einsatz für die Sport treibende Jugend 1994 sogar mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande gewürdigt wurde. Fünf Jahre später kam noch die Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen dazu.

Bis 1999 – inzwischen ist Bruder Helmut eingesprungen – war Wilfried Masuch auch in führenden Positionen für die Sportfreunde Katernberg aktiv, für die einst der 1954-Weltmeister Helmut „Boss“ Rahn am Ball war und die es später immerhin bis in die Oberliga Nordrhein schafften. Heute engagiert sich Masuch unter anderem auch für das Projekt „Sport mit Älteren“ (Spielrunden für Alte-Herren-Mannschaften auf Kreis- und Verbandsebene) und die neue Sportart „Futsal“, eine abgewandelte Art des Hallenfußballs.

Ans Aufhören denkt der reisefreudige Rentner noch immer nicht: „Wenn der Herrgott mir auch weiterhin gnädig ist und ich gesund bleibe, werde ich dem Fußball noch einige Jahre treu bleiben“, verspricht er. Allerdings mit einer kleinen Einschränkung: Die jährlichen Kurzurlaube in Willingen und Alcudia (Mallorca) müssen auch weiterhin ihren Platz in Masuchs prall gefülltem Terminkalender finden.

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