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RWE: Künftige Pacht für Stadion Essen festgelegt

Einigung mit Stadttochter GVE – Vertrag soll bis 2026 verlängert werden.
West-Regionalligist Rot-Weiss Essen hat sich mit der städtischen Tochter GVE, der Eigentümerin des Stadions Essen an der Hafenstraße (Foto), auf einen neuen Pachtvertrag verständigt, der – vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtradtes – bis zum Jahr 2026 gültig sein soll. Demnach zahlt RWE künftig als Viertligist pro Saison einen festen Pachtzins von 175.000 Euro. Bislang war die Summe vom wirtschaftlichen Erfolg des Vereins abhängig, konnte damit theoretisch auch auf Null sinken, was ein erhebliches Defizit für den Stadioninhaber und -betreiber bedeuten konnte.

„Nun haben beide Seiten Planungssicherheit“, wurde Oberbürgermeister Thomas Kufen in einer Pressemitteilung der Stadt zitiert. RWE-Vorsitzender Prof. Dr. Michael Welling betonte: „Die nun vorliegende Vereinbarung ist aus unserer Sicht eine gute Lösung für alle Beteiligten.“

Für den Fall des Aufstiegs in die 3. Liga müsste der Verein pro Saison eine Pacht von 550.000 Euro zahlen. In der 2. Bundesliga würden 1,1 Millionen Euro fällig.

Wir veröffentlichen die Pressemitteilung der Stadt Essen im Wortlaut:

„Die Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH (GVE) und der Verein Rot-Weiss Essen haben sich auf neue Vertragsmodalitäten verständigt.

Aufgrund von Erlösrückgängen bei Rot-Weiss Essen reduzierte sich zuletzt auch die Pachthöhe gemäß des gültigen Vertrags, was auch betriebswirtschaftliche Auswirkungen auf die städtische Tochter hatte. Darüber hinaus herrschten zwischen beiden Parteien hinsichtlich der Vermarktungsrechte unterschiedliche Rechtsauffassungen. In einem Schlichtungsgespräch unter Leitung von Oberbürgermeister Thomas Kufen wurden nun neue Vereinbarungen für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen RWE und GVE formuliert, die eine Festpacht sowie eine Klärung der Vermarktungsrechte enthält.

Vorbehaltlich der Entscheidung des Rates und vorheriger Prüfungen durch beide Aufsichtsräte, soll der Vertrag bis zum 30.06.2026 verlängert werden. Rot-Weiss verpflichtet sich in diesem Vertrag zu einer jährlichen Festpacht in Höhe von 175.000 Euro an die GVE. Bisher waren Pachtzahlungen vereinbart, die variabel anhand der Umsätze des Vereins bestimmt wurden, wodurch sich für die GVE auch eine fehlende Planungssicherheit ergab. In den Pachtzahlungen sind auch Entgelte enthalten, die einen wirtschaftlichen Ausgleich zu Gunsten der GVE für eine Ruhendstellung der Vermarktungsrechte darstellen. Mit Ablauf der Vertragslaufzeit gehen die bislang streitigen Vermarktungsrechte wieder an den Verein Rot-Weiss Essen. Bis dahin hat der Verein das Recht, während der Vertragslaufzeit die Vermarktungsrechte eigenständig zu kapitalisieren.

Darüber hinaus haben sich alle Beteiligten in dem Gespräch auch auf Leistungen für die 3. beziehungsweise 2. Bundesliga verständigt. Im Fall eines Aufstiegs in die 3. Liga beträgt die Pacht 550.000 Euro. Schafft der Verein den Aufstieg in die 2. Bundesliga würden 1.100.000 Euro Pacht fällig. Zusätzlich zahlt der Verein in jeder Liga abhängig von einer definierten Durchschnittszuschauerzahl einen Betrag von mindestens einem Euro pro Zuschauer. Diese Regelung gilt ab sofort.

„Wir haben in den letzten Wochen und Monaten intensive Gespräche über die Neuregelung unseres Miteinanders geführt“, so Rot-Weiss Essen Vorstand Michael Welling. „Die nun vorliegende Vereinbarung ist aus unserer Sicht eine gute Lösung für alle Beteiligten. Wir sind uns bewusst, dass wir als Rot-Weiss Essen einen Beitrag für die Stadt und hier insbesondere den Stadionbetrieb leisten müssen. Vor der finalen Unterschrift müssen nun noch alle Aufsichtsgremien zustimmen und wir als Rot-Weiss Essen müssen zunächst einige Hausaufgaben erledigen, um die finanziellen Mehrbelastungen auch nachhaltig schultern zu können. Wir möchten uns darüber hinaus auch noch einmal insbesondere bei Oberbürgermeister Thomas Kufen bedanken, der den Anstoß dafür gab, eine gemeinsame Gesamtlösung zu erarbeiten und der immer dann moderierend und motivierend eingewirkt hat, wenn die Gespräche ins Stocken gerieten und diese so im Sinne einer für beide Parteien annehmbaren Lösung vorangebracht hat.“

„Die neue Vereinbarung ist, um im Fußballjargon zu sprechen, kein wirtschaftlicher Knaller aber insbesondere ein Fortschritt zur Vertragsklarheit und wirtschaftlichen Planbarkeit des Betriebs im Stadion Essen“, so der Geschäftsführer der GVE, Dirk Miklikowski. „Die wirtschaftlichen Zwänge des Vereins als auch der Stadionbetriebsgesellschaft wurden berücksichtigt und ein Rahmen geschaffen, der dem dringend erhofften und benötigtem sportlichen Erfolg nicht im Wege steht. Dieser wird am Ende auch der Stadionbetreibergesellschaft helfen. Danken möchte ich ausdrücklich unserem Oberbürgermeister Thomas Kufen, der die Parteien, trotz völlig verhärteter Fronten, noch einmal an den Verhandlungstisch holen konnte. Ich hoffe, dass das vereinbarte auch tatsächlich Realität wird. Die GVE und der Verein haben jetzt einen Handlungsrahmen, damit können beide Seiten gut arbeiten.“

Oberbürgermeister Kufen: „Mit den Vereinbarungen wird den Interessen der Stadt und des Vereins gleichermaßen entsprochen, alle Seiten müssten zufrieden sein. Das Ergebnis ermöglicht RWE und GVE die gewünschte Planungssicherheit.“

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