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Trotz 20:4 Torabschlüssen: VfL Bochum fliegt raus

Peinliche 0:1-Pleite beim Regionalliga Nord-Meister SC Weiche Flensburg.
Riesenüberraschung im hohen Norden: Der SC Weiche Flensburg 08 ist gleich bei der ersten Teilnahme am DFB-Pokal der Einzug in die zweite Runde gelungen. Der aktuelle Meister der Regionalliga Nord setzte sich vor 3500 Zuschauern im ausverkauften Manfred-Werner-Stadion 1:0 (1:0) gegen den Zweitligisten VfL Bochum durch.

Für Flensburgs Trainer Daniel Jurgeleit war es nach 17 Jahren die zweite Pokalsensation. Als Spieler hatte der heute 54-Jährige in der Saison 1991/1992 mit dem FC 08 Homburg den FC Bayern München in der zweiten Runde vor eigenem Publikum mit einem 4:2-Triumph aus dem Wettbewerb geworfen.

„Hoffentlich gab es im bisherigen Wettbewerb noch nicht zu viele Überraschungen, damit auch noch eine für uns übrig ist“, so die augenzwinkernde Einschätzung von Ex-Profi Jurgeleit vor der Partie gegen Bochum: „Wenn der Gegner unruhig wird und darüber nachdenkt, dass er hier ausscheiden könnte – dann ist was möglich.“ Er behielt Recht.

Der Außenseiter aus Flensburg stand von Beginn an kompakt und ließ bis auf einen Kopfball von VfL-Profi Anthony Losilla (3.) nach einer Ecke in der Anfangsphase nicht viel zu. Nach 20 Minuten konnte der ehemalige Erstligist aus Bochum mehr Tempo aufnehmen. Der Versuch aus der Distanz von Lukas Hinterseer (22.) ging knapp neben das Tor, Milos Pantovic (23.), Zugang aus der zweiten Mannschaft des FC Bayern München scheiterte aus spitzem Winkel an Flensburgs Torhüter Florian Kirschke.

Der SC Weiche war dagegen ein Musterbeispiel an Effektivität. Die Norddeutschen gingen direkt mit der ersten Chance in Führung. Der defensive Mittelfeldspieler Kevin Schulz (34.) wurde von Florian Meyer mit einem Lupfer geschickt. Allein vor dem Tor behielt der 30-Jährige die Nerven und brachte den Ball mit dem Knie im hohen Bogen über Bochums Schlussmann Felix Dornebusch hinweg im Tor unter.

Die favorisierten Bochumer waren um eine Antwort noch vor der Pause bemüht. Nach einer Flanke von Timo Perthel setzte Silvere Ganvoula (41.) den Ball aus drei Metern aber über das Tor. Somit blieb es zur Pause bei der knappen Führung die Flensburger.

Auch im zweiten Durchgang hatte der VfL Bochum nicht viele Möglichkeiten für den Ausgleich. Ein Kopfball von Ganvoula (50.) geriet zu ungenau. Bei einer Doppelchance des VfL durch Ganvoula und Hinterseer (57.) durfte sich Flensburgs Torhüter Florian Kirschke auszeichnen. Der SC Weiche versteckte sich nicht, Nico Empen (52.) wurde aber im letzten Moment von Tim Hoogland geblockt.

Die Bochumer erhöhten in der Folge den Druck. Trotz der größeren Spielanteile gelang es dem VfL aber nicht, das Flensburger Tor ernsthaft in Gefahr zu bringen. Auf der Gegenseite verpassten es die Gastgeber durch Gökay Isitan (90.+2) und den eingewechselten Marvin Ibekwe (90.+3), den zweiten Treffer zu erzielen. Der SC Weiche Flensburg überstand die insgesamt fünf Minuten Nachspielzeit aber unbeschadet und ging trotz eines Torschussverhältnisses von 4:20 als Sieger vom Feld.

„Wir hatten uns vorgenommen, die Null so lange wie möglich zu halten. Als wir dann auch noch mit einer unseren wenigen Möglichkeiten in Führung gegangen sind, haben wir an die Überraschung geglaubt“, so Torschütze Kevin Schulz. Mit der Aufstellung des 30-Jährigen hat Daniel Jurgeleit ein gutes Händchen bewiesen. In den vergangenen vier Ligapartien war Schulze nicht zum Einsatz gekommen.

Bochums Trainer Robin Dutt haderte vor allem mit dem Offensivspiel seiner Mannschaft. „Wir haben es nicht annähernd geschafft, das Konstrukt der Flensburger zu bewältigen. Wir hatten letztlich keine Ideen, die durchschlagskräftig genug waren, um zu einem Tor zu führen“, so der 53-Jährige. „Egal ob wir es spielerisch versucht haben oder mit der Brechstange. Es hat beides nicht funktioniert.“

Die weiteren Pokalpartien mit NRW-Beteiligung am Sonntag:

BFC Dynamo – 1. FC Köln 1:9 (1:4)
1. FC Lok Stendal – Arminia Bielefeld 0:5 (0:1)
TuS Rot-Weiss Koblenz – Fortuna Düsseldorf 0:5 (0:4)
FC Viktoria Köln – RB Leipzig 1:3 (1:0)
BSC Hastedt – Borussia Mönchengladbach 1:11 (0:6)

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