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Landesligist SV Genc Osman Duisburg unterstützt Impfaktion

Am Freitag steht das Impfmobil auf dem Vereinsgelände.


Die Impfbereitschaft in der Bevölkerung weiter steigern und der wachsenden Impfmüdigkeit entschieden entgegentreten. Das haben sich nicht nur die Bundesregierung, die ab Montag unter dem Motto #HierWirdGeimpft eine Aktionswoche durchführt, und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit seiner Kampagne „Schiri, ich hab‘ schon Gelb“ auf die Fahne geschrieben. Auch zehn Fußball- und Sportvereine aus der Stadt Duisburg legen sich in den nächsten Tagen ins Zeug, um Impfungen gegen das Coronavirus zu unterstützen.

Mit der Sonderaktion „Ärmel hoch im Klubhaus oder am Spielfeldrand“ wird allen Bürgern in der Stadt vom 13. bis 17. September ein kostenloses Impfangebot gemacht. Auch der SV Genc Osman Duisburg aus der Landesliga Niederrhein beweist – nicht zum ersten Mal – mit seinem 1. Vorsitzenden Erkan Üstünay (Foto re.) an die Spitze großes soziales Engagement, rührt in den sozialen Medien unter dem vereinseigenen Hashtag #WirSindEineFamilie fleißig die Werbetrommel für die Impfaktion auf dem eigenen Vereinsgelände.

Impfung auch ohne Mitgliedschaft möglich

„Für uns war sofort klar, dass wir diese Sonderaktion unterstützen“, sagt der 46 Jahre alte gelernte Kommunikationselektroniker Üstünay gegenüber FUSSBALL.DE. In Zusammenarbeit mit der Stadt Duisburg ermöglicht der Stadtsportbund Sonderimpfaktionen auf den Anlagen oder Hallen der jeweiligen Vereine.

Das städtische Impfmobil wird heute, zwischen 15 und 22 Uhr am Fußballplatz an der Oberhauser Allee Stadion machen, um möglichst vielen Menschen eine kostenlose und freiwillige Erstimpfung zu ermöglichen.

Dafür stehen die Vakzine von Johnson&Johnson und Moderna zur Verfügung. Teilnehmen können an der Aktion allen Bürgerinnen und Bürger über 18 Jahre. Eine Mitgliedschaft in dem jeweiligen Sportverein ist nicht erforderlich. Das Ziel ist es, dass sich möglichst viele Sporttreibende in der Stadt gegen das Coronavirus immunisieren lassen, um die Voraussetzungen für eine Rückkehr zu einem weitgehend geregelten Sportbetrieb zu schaffen und auch wieder dauerhaft Zuschauer begrüßen zu dürfen.

Der SV Genc Osman wurde sofort aktiv, als er von der Impfkampagne erfuhr, die der Stadtsportbund bereits Mitte August in Kooperation mit den Vereinen gestartet hatte. Klar, dass auch viele Helfer des Klubs dabei mit anpacken. Während das Ärzteteam im Impfmobil die Teilnehmerinnen und Teilnehmer berät und behandelt, stellt der Verein Räumlichkeiten, Geräte und Getränke zur Verfügung.

„Als Verein sind wir für die Hygiene und Einhaltung der Corona-Regeln zuständig“, sagt Genc Osmans Vorsitzender Erkan Üstünay. „So müssen die Abstände gewahrt werden und den Menschen bei plötzlich auftretenden Komplikationen geholfen werden. Dafür stellen wir einen Raum in unserem Klubhaus zur Verfügung. Wir haben Liegen für die Ruhephasen organisiert, werden Wasser, Kaffee oder Tee reichen und uns um die Gäste kümmern, falls es nötig sein sollte. Unsere Anlage ist für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt offen.“

Dass sein Verein im Rahmen der Aktionswoche nicht zuerst dran ist, kommt Erkan Üstünay und seinem Team durchaus gelegen. „Wir werden uns die Vorgehensweise bei den anderen Vereinen genau anschauen und die guten Sachen für uns mitnehmen“, sagt er und ist zuversichtlich, dass viele Menschen die Impfangebote annehmen werden.

Als Beitrag zur Integration, für die sich sein Verein seit jeher in einem sozialen Brennpunkt der Stadt Duisburg in großem Maße einsetzt, sieht Erkan Üstünay in der Sonderaktion nicht. „Es geht hier um die Gesundheit aller Menschen. Da spielen die Kultur, Hautfarbe oder Religion überhaupt keine Rolle“, betont der Vorsitzende, der sich über die ohnehin schon hohe Impfbereitschaft innerhalb des Vereins freut, diese aber auch noch verstärken möchte.

Üstünay weiter: „Wir würden uns sehr freuen, wenn das Angebot zahlreich angenommen wird. Dabei ist es völlig egal, ob das auf unserer Sportanlage oder anderswo passiert. Die Hauptsache ist, dass sich die Menschen impfen lassen. Wir haben in unseren sozialen Medien zur Impfung aufgerufen und die Werbetrommel dafür gerührt, das Angebot möglichst an einem der zehn Standorte in der Stadt anzunehmen. Die Rückkehr zu einem weitgehend geregelten Sportbetrieb wird dauerhaft nur dann gelingen, wenn möglichst viele Menschen geimpft sind und sie eine vollständige Immunisierung nachweisen können.“

„Genc Girl“ erweitern Sportangebot

Der SV Genc Osman Duisburg war ursprünglich aus einer Moschee-Gemeinde entstanden. 2007 hatte Erkan Üstünay den Verein vor allem mit dem Ziel gegründet, offene Kinder- und Jugendarbeit zu fördern. Der Sportverein dient als Unterstützung, soll den Jugendlichen Halt geben.

„Wir wollen den jungen Menschen in den sozialen Brennpunkten unserer Stadt eine Perspektive aufzeigen“, sagt Üstünay. Mittlerweile hat der Verein 230 Mitglieder, darunter zwölf Jugendmannschaften, zwei Senioren- und zwei Altherrenmannschaften sowie zusätzlich ein „Bambini“-Team. Im vergangenen Jahr wurde auch eine U 11-Mädchenmannschaft ins Leben gerufen, die Üstünay liebevoll die „Genc-Girls“ nennt.

Das große Engagement des Duisburger Klubs blieb nicht unbemerkt. So belegte der SV Genc Osman schon 2011 – also nur vier Jahre nach der Gründung und damals noch in der Kreisliga am Start – in der Kategorie „Verein“ den zweiten Platz beim DFB-Integrationspreis, wurde von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel für das soziale Engagement ausgezeichnet.

Schon seit 2007 pflegt der Verein eine Ordnungspartnerschaft mit der Polizei Duisburg. Auch beim Projekt „Demokratie ist cool“ wurden Freizeit und Sportangebote des Vereins dazu genutzt, um den Jugendlichen Demokratie, Werte und Normen der deutschen Gesellschaft nahezubringen.

Das jüngste Projekt ist „Extremismus – nicht mit UNS“, das durch das Bundesfamilienministerium im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert wird. Dabei geht es darum, Jugendliche vor einer islamistischen Radikalisierung zu schützen. Mit freizeitpädagogischen Angeboten sollen Jugendliche aufgefangen und gestärkt werden. „Damit wollen wir auch dem Antisemitismus-Problem in unserer Gesellschaft entgegenwirken“, betont Erkan Üstünay – und lässt zum Abschluss einen flammenden Appell folgen: „Egal ob Muslime, Jude, Christ oder ungläubig: Wir gehören zusammen, sind alle gleich, leben in einer Demokratie und wollen diese Gedanken bei den Jugendlichen stärken. Gerade in der Pandemie hat sich gezeigt, dass das Coronavirus keine Unterschiede macht und jeden treffen kann. Auch deshalb ist die Schutzimpfung so wichtig.“

Foto-Quelle: DFB/privat

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