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Traben Gelsenkirchen: Steinreiche Franzosen auf „Europa-Tour“

Am Sonntag stehen ab 15 Uhr zwölf Rennen auf dem Programm.


Nach dem pandemie-bedingten Ausfall im letzten Jahr beschert die „Tour Européen du Trotteur Français“ am kommenden Sonntag (ab 15 Uhr/insgesamt zwölf Rennen) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen wieder einen außergewöhnlichen Saisonhöhepunkt. 13 französisch gezogene Pferde, die zusammen eine für hiesige Verhältnisse unglaubliche Gewinnsumme von fast 8,4 Millionen Euro aufweisen können, versprechen einen hochspannenden „Grand Prix de Gelsenkirchen“ auf Top-Niveau.

Guarato-Millionäre vor allem im Fokus

Mit von der Partie ist erneut die alleine mehr als 2,5 Millionen Euro reiche Billie de Montfort (Foto/Gabriele Gelormini), die die „Europa-Tour“ 2018 und 2019 für sich entscheiden konnte und dabei in Gelsenkirchen mit einem Sieg und einem Ehrenplatz Eindruck hinterließ. Die inzwischen zehnjährige Stute aus dem erfolgsverwöhnten Quartier von Sebastien Guarato ist nach ihrem zweiten Rang im „Gran Premio Città di Montecatini“ in Italien erst bei der dritten Etappe auf Mallorca in die aktuelle Tour eingestiegen und machte sich dort lange um die Führungsarbeit verdient, geriet dann aber bereits im Schlussbogen mächtig unter Druck und musste sich schließlich mit dem vierten Platz zufriedengeben.

Der Weg zur Titelverteidigung ist für „Billie“ entsprechend steinig und setzt einen Sieg vor dem Finale am 23. Oktober im belgischen Mons, wo es die doppelte Punktezahl zu ergattern gibt, beinahe voraus. Zugute kommt der viermaligen „Prix d’Amérique“-Teilnehmerin dabei, dass mit dem Gesamtführenden Feydeau Seven und Eclat de Gloire die beiden bisherigen Etappensieger in der 50.000 Euro-Partie in Gelsenkirchen (2.600 Meter) nicht antreten. Außerdem ist es sicher nicht von Nachteil, dass mit Carat Williams (6/David Bekaert) ein Stallnachbar mit ins Ruhrgebiet gereist ist, der auf jeden Fall das Zeug hat, ebenso ganz vorne mitzumischen.

Nicolas Bazire setzt auf Dostoievski

Rechnen müssen die beiden Guarato-Millionäre unbedingt mit dem von Jean-Michel Bazires aufstrebendem Sohn Nicolas vorbereiteten und gefahrenen Dostoievski, der sich nach einer Reihe von schwachen Ergebnissen zuletzt in Son Pardo in Erinnerung brachte und mit einem starken Schlussspurt als Zweiter sogar deutlich vor Billie de Montfort ins Ziel kam. Zwischen diesen beiden Pferden erreichte Baron du Bourg (8/Jeremy van Eeckhaute) den Pfosten damals überraschend als Dritter und sicherte sich damit auch den vorläufigen Bronze-Rang in der Gesamtwertung.

Mit einem frischen Sieg auf Gras als Empfehlung reist Elvis du Vallon (7/David Thomain) nach Deutschland an und wird bei seinem ersten Tour-Start vermutlich ebenso seine Anhänger finden wie der dem gebürtigen Gelsenkirchener Thomas Panschow anvertraute Express Jet (1), dessen Bestleistungen freilich schon eine ganze Weile zurückliegen.

Letzteres gilt auch für den inzwischen von Henk Grift trainierten Colonel (3/Robbin Bot), der sich mit zwei Ehrenplätzen auf niedrigerem Niveau in Wolvega und Hamburg jedoch ordentlich aus der Pause zurückgemeldet hat und demnach vielleicht höher zu bewerten ist als Cicero Noa (4), in dessen Sulky der belgische „Hexenmeister“ Jos Verbeeck als Führender der Tour-Fahrerwertung Platz nimmt. Der Rest wird es aus der zweiten Reihe hinter dem Startwagen nicht leicht haben, in das Geschehen um den Sieg und die besten Plätze einzugreifen.

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