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Neuer Vertrag mit 37 Jahren: Der „ewige“ Daniel Flottmann

Routinier und Kapitän hat beim SV Rödinghausen erneut verlängert.
Auch mit bald 38 Jahren ist noch nicht Schluss: Der SV Rödinghausen kann in der Regionalliga West über den Sommer hinaus auf die große Erfahrung von Daniel Flottmann zurückgreifen. Der gebürtige Osnabrücker – bereits seit Juli 2017 im Verein und damit ohnehin schon dienstältester Spieler im Kader – hat seinen Vertrag erneut um ein Jahr verlängert. Mit 161 Einsätzen in der Regionalliga West ist der Innenverteidiger und Kapitän inzwischen auch Rekordspieler des SVR in der vierthöchsten Spielklasse.

„Ich fühle mich fast schon als Botschafter des SV Rödinghausen“, macht Flottmann im kicker– und MSPW-Gespräch keinen Hehl daraus, dass er sich in Ostwestfalen äußerst wohl fühlt. „Ich bin gesund, fühle mich fit und haben weiterhin große Lust, auf dem Platz zu stehen“, sagt der Routinier – und betont: „Es gehört aber auch zu mir und meiner Art, darüber nachzudenken, ob ich die Fußballschuhe in meinem Alter an den Nagel hänge. Ich bin sehr kritisch im Umgang mit mir selbst. In meinem Umfeld habe ich aber nie aufkommende Zweifel gespürt.“

Schließlich ist Flottmann nach wie vor eine feste Größe im Team. Einen „weißen Fleck“ in der Statistik gibt es in dieser Saison lediglich in der Partie vom 7. Spieltag beim SV Lippstadt 08 (2:0). Da blieb „Flotti“ – für ihn völlig ungewohnt – 90 Minuten auf der Bank. „Nach dem frühen Trainerwechsel hatte man in der Mannschaft gemerkt, dass viele Jungs ihre Chance gewittert haben“ erinnert sich Flottmann: „Unser neuer Trainer Carsten Rump wollte sich schnell einen Eindruck von allen Spielern verschaffen, daher gab es sehr viele Änderungen in der Startelf. Zugegeben: Ich war von der Maßnahme überrascht. Für den Teamspirit war das aber sehr wichtig. Alle fühlten sich mitgenommen. Das hat uns einen Push gegeben.“

Sonst aber war Daniel Flottmann stets gesetzt. Bei jedem seiner 35 Einsätze gehörte der Routinier zur Startformation, wurde nur einmal kurz vor Schluss ausgewechselt. „Ich habe wohl ganz gute Gene“, sagt Flottmann mit Blick auf seine Einsatzminuten und seine Verletzungshistorie. Lediglich im Alter von 30 Jahren setzte den Verteidiger im Mai 2014 ein Kreuzbandriss fast ein halbes Jahr außer Gefecht. Sonst blieb der Routinier von längeren Pausen verschont. „Fleiß gehört natürlich auch dazu: Ich arbeite auch an den trainingsfreien Tagen an meinem Körper, gehe zum Beispiel ins Fitness-Studio oder fahre Fahrrad in der Natur“, berichtet er. „Das will ich auch den jungen Spielern mitgeben.“

Sportlich läuft es seit dem Trainerwechsel von Nils Drube zu Carsten Rump rund: In den 32 Spielen unter dem 41-Jährigen holte der auf Rang sechs liegende SV Rödinghausen 61 Punkte. Wegen des missglückten Saisonstarts mit vier Niederlagen sind die vorderen Plätze allerdings schon seit längerer Zeit außer Reichweite. Das soll sich für den West-Meister von 2020, der damals aus wirtschaftlichen und infrastrukturellen Gründen auf den Aufstieg in die 3. Liga verzichtet hatte, in der nächsten Saison möglichst wieder ändern. „Ich sehe beim SVR die Chance, noch mehr entwickeln zu können“, so der erfahrene Abwehr-Chef. „Dass wir in 36 Ligaspielen nur 31 Gegentore kassiert haben, beweist, dass wir sehr diszipliniert agieren. Im nächsten Schritt wird es darum gehen, dass wir noch mehr Tore erzielen.“

In dieser Saison verbleiben dazu noch zwei Liga-Begegnungen, in denen es (zumindest für die Gegner) um sehr viel geht: Am Samstag in Lotte gegen Aufstiegsanwärter Rot-Weiss Essen und eine Woche später beim abstiegsbedrohten SV Straelen. Zum Abschluss wartet am 21. Mai (ab 16.40 Uhr) das Endspiel um den Westfalenpokal beim SC Preußen Münster auf den SV Rödinghausen. Der DFB-Pokal lockt. Bei den beiden bisherigen Teilnahmen sorgte der SVR durchaus für Furore, verpasste unter anderem die Sensation gegen Rekordpokalsieger FC Bayern München (1:2) nur knapp. „Das sind Erlebnisse, die nur schwer zu übertreffen sind“, so Flottmann.

Ein Plan B, sollte doch der Tag X eintreten, an dem er seine aktive Laufbahn beendet, ist bereits in Aussicht. „Ich habe kürzlich den Trainer-Lehrgang zur B-Lizenz absolviert“, verrät er. Der 37-Jährige wäre dabei nicht der Erste aus der Familie Flottmann, der als Trainer tätig ist. Vater Heiko betreute über viele Jahre verschiedene Nachwuchsteams des VfL Osnabrück. Auch beim SV Meppen (2012/2013) stand der 65-Jährige – aktuell Sportlicher Leiter der U 16 und U 17 des SV Werder Bremen – in der Verantwortung. „Ich kann mir keinen besseren Mentor vorstellen“, so Sohn Daniel, dessen jüngerer Bruder Yannick (34) in der Bezirksliga Weser-Ems Trainer beim SSC Dodesheide ist.

Bei Daniel Flottmann dreht sich aber nicht nur dann alles um Fußball, wenn er selbst auf dem Platz steht oder an seiner Trainerausbildung arbeitet. Seit dieser Saison begleitet er auch die 3. Liga für MagentaSport als TV-Experte. „Mir macht es großen Spaß, den Zuschauern die Sicht eines Spielers näherzubringen“, berichtet er. In seiner Vita stehen insgesamt 106 Drittliga-Begegnungen für Rot Weiss Ahlen und Fortuna Köln. Entsprechend groß ist auch sein Netzwerk in der Spielklasse. Der nächste Einsatz als TV-Experte steht auch schon fest: Am Freitag beim NRW-Duell zwischen der U 23 von Borussia Dortmund (mit Flottmanns früherem Trainer Enrico Maaßen und Mitspieler Franz Pfanne) sowie seinem Ex-Klub SC Verl.

Foto-Quelle: SV Rödinghausen

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