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Ex-Preuße Ornatelli: „Dortmund war mein Leben“

Mittelfeldspieler des FSV Frankfurt im Interview mit DFB.de.

BIELEFELD, DEUTSCHLAND - 30. SEPTEMBER 2007: Der Bielefelder Robert Stark (l) und der Muensteraner Massimo Ornatelli (r) waehrend des Spiels der Oberliga Westfalen zwischen dem DSC Arminia Bielefeld U23 und dem SC Preussen Muenster in der Schueco Arena in Bielefeld. (Foto: Thomas F. Starke/bielefeldfotos)

Er war beim jüngsten 6:0-Kantersieg des Drittligisten FSV Frankfurt gegen den SC Fortuna Köln der überragende Spieler auf dem Platz. Mit vier Vorlagen und einem Tor sorgte Mittelfeldspieler Massimo Ornatelli (Foto) für Furore, führte seine Mannschaft zum höchsten Saisonsieg und zum vierten Dreier in Folge. Zuvor hatte der FSV aus sieben Spielen keinen einzigen Sieg geholt.

Im DFB.de-Drittligainterview der Woche spricht Massimo Ornatelli mit MSPW-Volontär Christian Knoth über die Siegesserie des FSV Frankfurt, seinen Abschied vom VfL Osnabrück im Sommer, die vielen Jahre im Nachwuchsbereich bei Borussia Dortmund und sein großes Vorbild Francesco Totti, der in Ornatellis Geburtsstadt beim italienischen Spitzenklub AS Rom spielt.

DFB.de: Vier Vorlagen und ein Tor: Haben Sie gegen Fortuna Köln eines der besten Spiele Ihrer Karriere absolviert, Herr Ornatelli?

Massimo Ornatelli: Klar ist, dass mir so etwas noch nie zuvor gelungen ist. Solche Spiele hast du nicht alle drei oder vier Wochen, sondern erlebst du vielleicht ein oder zweimal in deiner Laufbahn. Deshalb war es schon eine besondere Partie für mich. Das war es aber glaube ich für uns alle. 6:0 gewinnt man nicht alle Tage.

DFB.de: Nicht nur für Sie persönlich, auch für den FSV läuft es derzeit hervorragend. Das 6:0 war der vierte Sieg in Folge. Wie erklären Sie sich den Formanstieg nach dem schwachen Saisonstart?

Ornatelli: Es war eine Geduldsfrage. Dass wir genug Qualität im Kader haben, war uns von Beginn an bewusst. Allerdings gab es beim FSV nach dem Zweitligaabstieg einen großen Umbruch. Viele Spieler – darunter auch ich – stießen erst mitten in der Vorbereitung zum Kader. Es brauchte Zeit, bis sich die Mannschaft findet. Wir waren zu Beginn vor allem defensiv nicht stabil genug. Das hat sich jetzt geändert. Auch offensiv klappt es immer besser. Das hat auch mit der Systemumstellung vor einigen Wochen zu tun. Wir sind von einem 4-2-3-1 auf ein 4-4-2 umgestiegen, sind jetzt bei einem laufintensiveren Spiel vorne gefährlicher. Ich bin froh, dass wir uns endlich für unsere harte Arbeit belohnen. So kann es weitergehen.

DFB.de: Fast alle Teams liegen sehr eng beieinander. Als Tabellenzehnter hat Frankfurt gerade einmal vier Zähler Rückstand auf Ihren Ex-Verein VfL Osnabrück. Was ist drin in dieser Saison?

Ornatelli: Ich spiele jetzt mein viertes Drittligajahr in Folge. Es geht fast jede Saison so eng zu. Gut daran ist, dass du mit einer Positivserie schnell klettern kannst. Andersrum läufst du aber auch in Gefahr, sehr schnell unten rein zu rutschen. Entscheidend ist, dass du eine gewisse Konstanz reinbekommst. Das schaffen die wenigsten Drittligisten. Deshalb gibt es – den MSV Duisburg ausgenommen – bisher keine Ausreißer. Vom direkten Wiederaufstieg möchte ich zwar noch nicht reden. Aber wir haben ein starkes Team mit genug Potenzial, um die Saison unter den besten sechs Mannschaften abzuschließen.

DFB.de: In Osnabrück waren Sie die zurückliegenden drei Jahre am Ball. Wieso kam es im Sommer zum Wechsel nach Frankfurt?

Ornatelli: Man hat nicht mehr mit mir geplant. Der Abschied fiel mir auf jeden Fall schwer. Das Umfeld war klasse, die Fans waren hervorragend. Ich habe in Osnabrück viele gute Freunde gefunden – die mir nach dem Spiel gegen Fortuna Köln am Wochenende auch per WhatsApp gratuliert haben – und meine Familie war fast vor der Haustür. Das ist aber Schnee von gestern. Jetzt bin ich in Frankfurt, fühle mich pudelwohl beim FSV.

DFB.de: Was gefällt Ihnen besonders?

Ornatelli: Ich kann als offensiver Mittelfeldspieler hinter den Spitzen endlich den Fußball spielen, der mir liegt. Wir agieren weniger mit langen Bällen, sondern pflegen ein schnelles Kurpassspiel. Das kommt mir zugute. In Osnabrück habe ich beispielsweise immer auf den Flügeln gespielt. Das war nicht meine Position. Beim FSV kann ich jetzt nicht nur auf meiner Wunschposition spielen, sondern habe dank des Vertrauens von unserem Cheftrainer Roland Vrabec auch alle Freiheiten.

DFB.de: Wie ist Ihr Eindruck von der Metropole Frankfurt?

Ornatelli: Fantastisch. Die Stadt hat viel Lebensqualität. Wenn wir trainingsfrei haben oder am Wochenende ausnahmsweise kein Spiel ansteht, hat man unzählige Möglichkeiten, in seiner Freizeit etwas zu unternehmen und abzuschalten.

DFB.de: Mit wem sind Sie dann unterwegs?

Ornatelli: Das ist unterschiedlich. Aus der FSV-Mannschaft habe ich mich aber schnell mit Fabian Schleusener und Shawn Barry angefreundet. Fabian hat mich in den ersten Tagen glücklicherweise bei sich zuhause aufgenommen, als ich noch auf Wohnungssuche war. Ich habe vorübergehend auf seiner Couch geschlafen. (lacht)

DFB.de: Gebürtig kommen Sie aus Rom, mit zwei Jahren zogen Sie mit Ihrer Familie aber nach Dortmund und spielten später ab der F-Jugend bis zur U 23 durchgängig bei Borussia Dortmund. Besuchen Sie noch häufig Ihre deutsche Heimat?

Ornatelli: Wenn es die Zeit zulässt, fahre ich entweder zu meiner Familie, die mittlerweile in Münster wohnt, oder nach Dortmund. Dort wohnen viele Freunde von mir, zu denen ich auch heute noch Kontakt habe. Meistens fahre ich sonntags nach dem Auslaufen in die Heimat und reise dann montagabends zurück. Das geht aber nur, wenn wir sonntags kein Spiel und montags trainingsfrei haben.

DFB.de: Ist der BVB Ihr Herzensverein?

Ornatelli: Dortmund war mein Leben. Ich war nicht nur jahrelang Jugendspieler des BVB, sondern auch großer Fan. Mein Zimmer war voll mit Postern, Fotos und Wimpeln. Mittlerweile bin ich aber neutraler. Zwar hege ich weiterhin Sympathien für den BVB, würde mich aber nicht mehr als Fan bezeichnen. Fan bin ich nur noch vom AS Rom. Dort spielt mit Francesco Totti auch mein großes Vorbild.

Lesen Sie das komplette MSPW-Interview mit Massimo Ornatelli auf DFB.de.

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