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Galopp Iffezheim: Champion Murzabayev führt Zamrud zum Sieg

Auenquelle-Hoffnung Virginia Joy im „Stutenpreis“ auf Platz zwei.
Zwei hochkarätig besetzte Rennen standen am Samstag, dem vierten Tag der „Großen Woche“ auf der Galopprennbahn in Iffezheim bei Baden-Baden im Blickpunkt. Im Stutenpreis (70.000 Euro, 2.400 Meter), dem Höhepunkt für dreijährige und ältere Stuten, setzte sich die von Sarah Steinberg in München für den Rennstall Gestüt Hachtsee vorbereitete dreijährige Zamrud (Foto/51:10) ihren ersten Treffer auf höchster Ebene. Gleichzeitig war es für die 32-jährige Aufsteigerin der Trainer-Szene der zweite Erfolg während des Meetings nach Wai Key Star vor einer Woche im „Preis der Sparkassen Finanzgruppe“.

Mit Championjockey Bauyrzhan Murzabayev (Gütersloh) setzte sich die Zweite aus dem „Henkel-Preis der Diana“ aus dem Vordertreffen souverän mit zweieinhalb Längen von der Konkurrenz ab und brachte 40.000 Euro auf das Konto der Zuchtstätte von Reginald Graf von Norman (Berg am Starnberger See), der das Rennen von zu Hause verfolgte.

„Bauyrzhan hat Zamrud einen optimalen Rennverlauf serviert. Er hat wohl früh gesehen, dass sie gewinnen würde“, berichtete Sarah Steinberg, die rund 30 Pferde trainiert. „Sie könnte nun den Großen Preis von Bayern in München bestreiten.“ Jockey Murzabayev brachte es auf den Punkt: „Super-Rennen, tolle Stute!“

Zamruds „ewige Widersacherin“ Virginia Joy schob sich von weit hinten spät noch auf Platz zwei, doch hatte sie lange keinen Platz zum Angriff. „Es war wenig Tempo, und sie hatte viel Pech, als es eingangs der Geraden keine Lücke gab“, bedauerte ihr Trainer Marcel Weiß, nachdem es für ihn und das Gestüt Auenquelle von Karl-Dieter Ellerbracke (Rödinghausen) und Peter Michael Endres (Duisburg) mit dem Triumph nicht ganz geklappt hatte. Auch Virginia Joy könnte in das „Formel 1-Rennen“ am 8. November in München gehen.

Die „Engländerin“ Rose of Kildare, die stets prominent war, verlor Platz zwei erst auf der Ziellinie. „Ihr letztes Rennen war etwas anstrengend, da hat ein wenig Kraft am Ende gefehlt“, meinte ihr Jockey Francis Norton. Es war auf den ersten drei Plätzen ein sehr formgemäßes Ergebnis. Sunny Queen wurde von weit hinten noch sehr schnell und schnappte der im ersten Bogen nach vorne gezogenen Liberty London Platz vier weg. Die Lokalmatadorin Arktis war als Sechste nicht weit weg. Die anderen Kandidatinnen wirkten bald nicht mehr gefährlich.

Auenquelle-Stute lässt Timo Horns Juanito knapp hinter sich

Neu-Trainer Marcel Weiß (Mülheim) krönte seine grandiose erste Saison als Cheftrainer im „Zukunftsrennen“ (27.500 Euro, 1.400 Meter) für die Zweijährigen. Mit der Soldier Hollow-Tochter Reine d‘Amour (66:10) aus dem Gestüt Auenquelle (Rödinghausen) unter Jockey-Altmeister Andreas Helfenbein (53) kam Weiß zum nächsten hochkarätigen Volltreffer. Es war ein packender Zweikampf zwischen der Stute und dem im Besitz von Fußball-Torhüter Timo Horn (1. FC Köln) stehenden Juanito, die am Ende nur eine Nase trennte.

Auf der Zielgeraden verteidigte sich die Röttgenerin Shila in einem der bedeutendsten Rennen für die Nachwuchsgalopper lange nach besten Kräften an der Spitze, nachdem sie ein moderates Tempo vorgelegt hatte und das Feld lange sehr dicht zusammen galoppierte. Reine d‘Amour tauchte außen in bester Haltung auf, doch innen wurde Juanito immer stärker. Bis zuletzt war offen, wer denn die 16.000 Euro Siegprämie einstreichen würde. Doch das Zielfoto wies den minimalen Vorteil für Reine d‘ Amour aus.

„Die Stute hatte zuletzt in Köln in guter Manier gewonnen, aber man wusste nicht, wie stark die anderen Pferde sein würden. Sie hat jetzt gezeigt, dass sie zur Jahrgangsspitze gehört. Der Preis der Winterkönigin auf dieser Bahn ist ein logisches Ziel“, erläuterte Marcel Weiß über Reine d‘Amour.

Jockey Andreas Helfenbein beendete eine längere Durststrecke in Top-Rennen. „Wir waren ungewollt etwas früh vorne, aber Reine d‘Amour ist ein Ausnahmepferd. Ich habe sie mit viel Vertrauen geritten. Wegen solcher Pferde mache ich weiter.“

Juanito schien fast schon gewonnen zu haben, unterlag nur hauchdünn. „Das war eine Super-Form, er hatte einen optimalen Rennverlauf, benötigt aber noch weitere Wege und steuert den Preis des Winterfavoriten an“, versicherte Trainer Henk Grewe (Köln). Besitzer Timo Horn weilte zeitgleich beim Pokal-Spiel seines 1.FC Köln gegen die VSG Altglienicke (6:0).

Shila hielt vorne als Dritte bravourös stand. „Das war sehr gut, sie hat nun Black Type. Lieber wären wir an zweiter Stelle gegangen, aber es gab kein Führpferd. Ich denke, dass wir die Winterkönigin anpeilen“, sagte Gestütsleiter Frank Dorff. Auch Sardasht hielt sich als Vierter gut vor Waldersee, der nur noch ins Mittelfeld kam. Der Favorit Timotheus war als Sechster klar unter Wert geschlagen. Er galoppierte unterwegs an letzter Stelle und griff auf der Zielgeraden auf der ungünstigen Innenspur an, wo er nicht durchdrang. Die übrigen Kandidaten spielten keine Rolle.

„Kaffeekönig“ Albert Darboven (Hamburg) durfte sich über den ersten Sieg seines Dreijährigen Koffi Star (19:10) in einer 1.800-Meter-Prüfung freuen. Von zweiter Position aus setzte sich der Areion-Sohn beim Erstauftritt für Trainer Henk Grewe mit Andrasch Starke bequem von Parol und Roxalagu ab. „Er ist kastriert worden und konnte nun gleich gewinnen, obwohl er früh nach vorne gehen musste“, verriet Henk Grewe.

Zur absoluten Bahnspezialistin entwickelt sich die von Waldemar Hickst in Köln trainierte dreijährige Stute Mangan (38:10), die in einem 1.600 Meter-Handicap mit dem jungen Leon Wolff ihr zweites Rennen auf dieser Bahn gewann.

Der Gesamtwettumsatz betrug 386.222 Euro in zehn Rennen. Der Bahnumsatz lag bei 46.454 Euro. Mann des Tages war Bauyrzhan Murzabayev mit drei Siegen. Besitzertrainerin Isabel Kregel gewann zwei Rennen.

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