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Traben Berlin: Wewering steuert erstmals Halva von Haithabu

Neunjähriger Hengst zählt am Sonntag zum engsten Favoritenkreis.
Der letzte Renntag vor dem Derby-Meeting auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf verspricht am Sonntag (erstes Rennen: 14 Uhr, Qualifikation ab 13.35 Uhr) hohe Quoten, denn die Felder sind sehr ausgeglichen. Stargast Halva von Haithabu (Foto) tritt erstmals in der Hand von „Altmeister“ Heinz Wewering (Berlin) an. Er wurde vor ziemlich genau sieben Jahren von Jorma Oikarinen auf der Karlshorster Bahn für die Teilnahme an Rennen qualifiziert. Seitdem haben bei seinen insgesamt 58 Einsätzen nicht weniger als 19 (!) verschiedene Fahrer in seinem Sulky gesessen. Über 146.000 Euro Preisgeld hat Halva von Haithabu in dieser Zeit verdient und sich unter der Regie seines Trainers Gerhard Holtermann zu einem vierbeinigen Markenzeichen entwickelt.

Für den mittlerweile neunjährigen Hengst gibt es am Sonntag im 8. Rennen der Veranstaltung ein Wiedersehen mit Jorma Oikarinen – und zwar als Gegner. Der Finne steuert sein Familienpferd Willow Bay Evert, der in dieser Saison zu einer tollen Form gefunden hat und bis auf eine Disqualifikation bei sämtlichen elf Auftritten unter den ersten Dreien zu finden war.

Angesichts seiner Klasse gilt Halva von Haithabu in dem achtköpfigen Feld natürlich als Favorit. Doch für Heinz Wewering, der erstmals die Fahrleine des „Wikingers“ in die Hand nimmt, wird die Aufgabe trotzdem nicht einfach. Das liegt nicht an der Zulage, die der Braune gegen die von der 2.000-Meter-Grundmarke aus startenden Ibracadabra (Ole Krohmer) und Nemo (Manfred Zwiener) aufholen muss, sondern an der läuferischen Qualität zweier Konkurrenten, die gemeinsam mit ihm im zweiten Band aufgestellt sind. Major Ass (Victor Gentz) rennt bis zum Umfallen und steht dem Seriensieger Paris Turf (Thorsten Tietz) in Bezug auf die Moral in nichts nach. Beide werden Halva von Haithabu, der im Mai in Kopenhagen zu seinem 10,4-Rekord stürmte, ein heißes Gefecht liefern und sie könnten obendrein die Tatsache ausnutzen, dass ihr Gegner den Bänderstart nicht gerade liebt. Kjeld von Haithabu (Thomas Panschow) und Tell Me No Lies (Marciano Hauber) sind zwar Außenseiter, traben aber rasante Zeiten.

Eine knappe halbe Stunde später, nämlich im 9. Rennen, ist ebenfalls ein spannender Fight bis zur Ziellinie zu erwarten. Im dem mit 6.000 Euro dotierten Lauf der Newcomer-Serie trifft Jeanine GO (Marciano Hauber) auf Bavaro (Michael Nimczyk). Von der aktuellen Form her scheint zwischen beiden Pferden nicht viel zu liegen. Dass die Prüfung aber zu einem reinen Duell wird, will der extra aus Österreich anreisende Thomas Pribil verhindern. Und das ist durchaus realistisch, denn sein Schützling Oscar de Jan R ist ein Erfolgstyp durch und durch und gewann nicht weniger als neun seiner 15 Starts. In Baden kam der Wallach beim Einbiegen in den ersten Bogen schwer von den Beinen. Diesmal sollte es besser für ihn laufen. Rheingold (Thomas Panschow), Sir Bourbon (Rolf Hafvenström) und Blizzard PS (Victor Gentz) sind zwar keine Siegkandidaten, könnten aber von Ausrutschern des Spitzentrios profitieren.

In der Auftaktprüfung wird die Entscheidung zwischen Groom Dancer (Thorsten Tietz) und Expandable Hope (Dennis Spangenberg) liegen und das 2. Rennen riecht trotz der Tatsache, dass sie Debütantin ist, nach einem Erfolg von Image de France (Andreas Gläser). Denn die Stute lief bei ihrer bereits 2020 erfolgten Qualifikation mit keiner Geringerin als Cindy Truppo zeitgleich über die Linie. Das war es dann aber auch schon mit den Vorab-Favoriten.

Denn passend zum Auftakt der mit 10.000 Euro Garantie versehenen V7+ beginnt im 3. Rennen ein echtes Vabanquespiel. Diese Prüfung ist für jeden Wetter die kniffligste Aufgabe, die er sich nur vorstellen kann. Das Feld ist so ausgeglichen, dass eigentlich alle zehn Starter in die oberste Tippscheinzeile gehören. Es gibt keinen einzigen Vollstreicher und zugleich auch kein Pferd, auf das man sich verlassen kann. Ob man mit Proud Miguel (Manfred Zwiener), Wildest Dreams (Michael Hönemann), Otto Cash (Thorsten Tietz), Lindsay (Ferdinand Hirsch), Spy Lord (Dennis Spangenberg) und I’ve got mail (Thomas Panschow) geht oder lieber auf Chaplin (Ronald de Beer), Bogomir CG (Roman Matzky), if i can dream (Andreas Gläser) und One more Dream (Franz-Josef Stamer) setzt, ist eine reine Gefühlssache und nicht logisch begründbar.

Nach dem 3. Rennen greifen erstmals in diesem Jahr die Mini-Traber ins Geschehen ein. Dann folgt ein Trotteur Français, das es in sich hat. Die einzig zuverlässige Komponente scheint Fend d’Ukraine (Thomas Heinzig) zu sein – aber falls diese Bank wackelt, ist alles möglich. Im gleichen Stil geht es nahtlos weiter, denn im 5. Rennen ist die Qual der Wahl riesengroß. Mit Fight of the Night (Sebastian Gläser), Klaus Hazelaar (Emma Stolle), Kelcy Beuckenswijk (Stefanie Skoruppa), Powerful PS (Caroline Grevenig), New Flat OV (Sarah Kube) und Ida Swagerman (Sabine Koza) gibt es gleich sechs Siegkandidaten! Wenigstens im Anschluss können die Favoritenwetter dann ein bisschen durchatmen, denn der Kreis der chancenreichen Kandidaten lässt sich im 6. Rennen auf Filippa B.J. (Thorsten Tietz), Rosima (Josef Franzl) und Russel (Andreas Gläser) sowie im 7. Rennen auf Palmyra (Josef Franzl) und Don Timoko (Thomas Heinzig) begrenzen.

Quelle (Text und Foto): Mariendorfer Trabrenn GmbH

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