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Essen: Pferdemesse Equitana mit Olympiasiegerin Isabell Werth

Weltklasse-Dressurreiterin stellte DSP Belantis bei Zuchtschau vor.
Top-Hengste in Top-Händen – so könnte man die Hengste-Zuchtschau im Rahmen der Weltpferdesportmesse EQUITANA (noch bis zum 26. März in Essen) auf den Punkt bringen. Dazu brachten die Deutschen Landgestüte am Sonntag ihre Starvererber gemeinsam mit einigen der erfolgreichsten Dressurreitern in den großen Ring der EQUITANA: DSP Belantis unter der sechsmaligen Olympiasiegerin Isabell Werth aus Rheinberg (Foto), Imperio TSF unter Hubertus Schmidt, Ben Kingsley unter Helen Langehanenberg oder Illuminati S unter Fabienne Lütkemeier. Die Schau versprach eine „Hengstparade“ in all ihrer Vielfalt – vor Beginn der Decksaison.

„Die Haupt- und Landgestüte gelten als das Tafelsilber der deutschen Pferdekultur, die international höchstes Ansehen genießt und von den Turnierplätzen der Welt nicht mehr wegzudenken ist“, zitiert Axel Brockmann, Landstallmeister des Landgestüts Celle, dem größten Staatsgestüt, stolz den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Sie bewahren die Rassevielfalt für die zeitgemäße Zucht von Sportpferden. „Die Landgestüte sind kein Museum. Sie erhalten ein lebendiges Kulturerbe mit dem Ziel, es weiterzugeben und es vor dem Aussterben zu retten. Unsere Aufgabe ist es, Blutlinien zu erhalten, die Privatzüchter aus ökonomischen Gründen nicht pflegen können“, so Astrid von Velsen-Zerweck, Leiterin des Haupt- und Landgestüts Marbach.

In „Pavo HENGSTE 2017“ öffnen die Landgestüte ihre Schatztruhen und zeigen gemeinsam ihre Juwelen – vom lebendigen Kulturgut wie den Kaltblutrassen über Reitponys und Vollblut-Araber bis zu hochmodernen Warmblut-Spitzensportlern. In besonderen Bildern bringt die Zuchtschau 60 Top-Hengste, vom Nachwuchsstar bis zum Linienbegründer, an einem Abend im großen EQUITANA-Ring zusammen, präsentiert Dressur- und Springcracks, zeichnet erfolgreiche Vater-Sohn-Beziehungen und Familienbanden nach und bringt die Vielfalt in Dressur und Sport am Ende in einer integrierten Quadrille zusammen. Dabei zeigt Pavo HENGSTE 2017, welche Früchte die erfolgreichen Kooperationen zwischen Landgestüten mit den Top-Stars des Reitsports tragen.

Olympischer Glanz im großen Ring der EQUITANA

Zu den Stars im großen Ring gehörte zweifelsfrei Olympia-Pferd Imperio TSF, Trakehner des Jahres 2016. Der 13-jährige Dressurstar aus dem Bayerischen Haupt- und Landgestüt Schwaiganger ist seit 2010 im Beritt von Reitmeister Hubertus Schmidt. Zu den Olympischen Spielen nach Rio fuhren die beiden als Reservepaar. Im Juli gewannen sie in Aachen den Grand Prix Dressur der Vier-Sterne-Tour. Mit mehreren gekörten Söhnen ist Imperio auch züchterisch erfolgreich – unter anderem mit Illuminati S , der ebenfalls bei Hubertus Schmidt stationiert ist und am 19. März von Fabienne Lütkemeier präsentiert wird.

Mit DSP Belantis und Isabell Werth kamen zwei weitere Dressur-Stars zur EQUITANA. Der im Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse) gezogene Prämienhengst war Bundeschampion 2014 und Vizeweltmeister des Jahres 2015. Die Karriere des bewegungsgewaltigen Benetton Dream-Sohns begann bereits 2011 als unumstrittener Sieger der Süddeutschen Körung in Neustadt (Dosse). Seit 2013 steht der Schimmelhengst im Stall von Isabell Werth.

Belantis Vater Benetton Dream, selbst international hocherfolgreich unter dem Sattel in der schweren Klasse, gehört mit zu den besten Dressurvererbern der FN-Zuchtwertschätzung. Mit Ben Kingsley stellt er einen weiteren Akteur für HENGSTE 2017. Der auf der Hengststation Jens Meyer in Dorum stationierte Dunkelfuchs aus der Hengstkollektion des Hessischen Landgestüts Dillenburg wird mit Helen Langehanenberg nach Essen kommen.

Auch wenn man an das Landgestüt Celle denkt, weiß man: Hier stehen hochmoderne Vererber zur Verfügung, darunter die beiden Sieger der Hengstleistungsprüfungen 2016: Emilio Sánchez , ein außergewöhnlicher und bewegungsstarker Sohn des Grandprix-erfolgreichen Estobar NRW, der das kleine und große Einmaleins des Dressursports bei Huberts Schmidt gelernt hat, und Bilbao PJ, der am Sprung keine Wünsche offen lässt. Ebenso zuverlässig liefern die Landgestüte Redefin und Zweibrücken Zuchterfolge.

Aus Zweibrücken kam Le Noir, mit dem Uta Gräf zahlreiche Erfolge einfuhr. Der Holsteiner Rapphengst wird in der Zuchtschau am langen Zügel präsentiert.

Mit Capistrano von Cornet Obolensky schickte das Landgestüt Warendorf einen der besten Springvererber des Landes in den großen Ring. Begleitet wurde er unter anderem von dem bis zur S-Dressur erfolgreichen First Final-Sohn First Selection, der – Seite an Seite mit seinem Sohn Flash Dance – die Pferdezucht Nordrhein-Westfalens bei HENGSTE 2017 repräsentieren wird.

Für Baden-Württemberg präsentieren sich mit Lemberger und Quadrofino zwei Prämienhengste aus der Kollektion des Marbacher Haupt- und Landgestüts im Rahmen der großen EQUITANA Zuchtgala. Gemeinsam mit dem Holsteiner TOP-Vererber Larimar sowie mit Lemercier, Davos und Hochfein reisen sie vom ältesten Gestüt Deutschlands nach Essen. Daneben bringen das Haupt- und Landgestüt auch seine berühmten Vollblut-Araber mit zur EQUITANA. Im Jahr 1932 übergab die Tochter des letzten Königs von Württemberg die königliche Araberherde an das Haupt- und Landgestüt, das diese älteste ununterbrochen fortbestehende Vollblutaraberzucht der Welt seitdem bewahrt und weiterführt.

Bewahrung der Fahrsport-Tradition

Neben dem Dressur- und Springsport gehört auch der Fahrsport zu den gelebten Traditionen der Landgestüte. Eine besondere und inzwischen auch wieder quantitativ bedeutende Rasse ist das Schwere Warmblut, das seit rund 130 Jahren in Sachsen und Thüringen gezüchtet wird. Das Landgestüt Moritzburg brachte mit Valenzio den Weltmeister der jungen Fahrpferde 2016 nach Essen. Aus Westfalen kam der Warendorfer Landbeschäler und Vize-Bundeschampion 2016 der vier- und fünfjährigen Fahrpferde, Baldessarini zur Hengstschau.

Für die Sportpferdezucht sind die Deutschen Landgestüte unerlässlich – für die Ausbildung von Pferdewirten sind sie ebenso bedeutend, schließlich sind sie die größten Ausbildungsbetriebe im Land. In HENGSTE präsentieren sich die Azubis in einer gemeinsamen Kaltblut-Quadrille.

Foto-Quelle: Stefanie Schrader/Equitana PR

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