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Schalkes U 23 will mit neuem Trainer in die 4. Liga

Schlechter Saisonstart verhinderte den direkten Wiederaufstieg.
Mit neun Siegen, zwei Remis und nur einer Niederlage legte die U 23 des FC Schalke 04 in der Oberliga Westfalen einen beachtlichen Endspurt hin, war das mit Abstand erfolgreichste Team im letzten Drittel der Saison. Das Problem: Von den vorausgegangenen 18 Partien hatten die „Knappen“, als haushoher Favorit auf den direkten Wiederaufstieg in die Saison gestartet, gerade einmal sechs gewonnen, so dass die Gelsenkirchener ihr Saisonziel schon im März abhaken mussten. Am Ende waren es – trotz der Erfolgsserie – immer noch sieben Punkte Abstand zu den künftigen West-Regionalligisten SV Lippstadt 08 und 1. FC Kaan-Marienborn. Für Schalke sprang statt Platz eins nur Rang sechs heraus.

„Die sehr junge Mannschaft hat sich erst sehr spät und letztlich zu spät an das anpassen können, was in der Oberliga erwartet wird“, sagt Schalkes Ex-Nationalspieler und heutiger U 23-Manager Gerald Asamoah (Foto) im Gespräch mit dem kicker und MSPW: „Dort wird kein Schönheitspreis vergeben, es geht vor allem über den Kampf. Unter dem Strich haben wir über weite Strecken der Saison unser Potenzial nicht auf den Platz gebracht und deshalb auch das Nachsehen.“

Bei allem Frust über das insgesamt enttäuschende Abschneiden zieht der Vize-Weltmeister von 2002 aus dem Aufwärtstrend der letzten zwei Monate aber auch Zuversicht für den nächsten Anlauf in der kommenden Spielzeit. „Der Kader hatte das Zeug, den Aufstieg zu schaffen. Jetzt geht es darum, es in der nächsten Saison von Beginn an besser zu machen“, sagt „Asa“, der zum Abschluss seiner erfolgreichen Profikarriere selbst noch zwei Jahre für die Schalker U 23 am Ball war und seit November 2016 als Teammanager fungiert.

Dass es überhaupt einen weiteren Anlauf geben wird, ist keineswegs selbstverständlich. Erst nach intensiven Beratungen hatte sich die Sportliche Führung um Vorstand Christian Heidel, den neuen „Technischen Direktor Entwicklung“, Peter Knäbel, der speziell auch für die Nachwuchsabteilung („Knappenschmiede“) verantwortlich ist, und Asamoah Anfang Mai entschieden, an der U 23 festzuhalten, um bisherigen U 19-Spielern, die nicht sofort den Sprung in den Profikader schaffen, „weiterhin eine sportliche Perspektive für den Start in den Seniorenbereich zu ermöglichen“. Diese Entscheidung soll nicht nur für die nächste Saison, sondern auch darüber hinaus gelten. Sie soll, ja sie muss aber auch mit entsprechenden Ergebnissen unterfüttert werden.

Kurios: Während die U 19 von Erfolgstrainer Norbert Elgert seit mehr als einem Jahrzehnt nahezu Saison für Saison um die Deutsche Meisterschaft mitspielt (auch in diesem Jahr ging erst das Finale gegen Hertha BSC nach einem unglücklichen Spielverlauf 1:3 verloren), fristet die Schalker U 23 fast ebenso traditionell ein „Schattendasein“. In der Regionalliga war über Jahre ständig Abstiegskampf angesagt, bis 2017 der Absturz in die Oberliga nicht mehr abzuwenden war. Nun ging auch die „Mission Wiederaufstieg“ schief. Und das, obwohl S04 auch in der 5. Liga unter Profibedingungen arbeiten konnte, während fast alle Konkurrenten auf reine Amateurkicker setzen.

„Wir haben viele Enttäuschungen erlebt. Aber wir haben auch sehr viel gelernt und werden davon noch profitieren“, meint Asamoah: „Dass wir es diesmal nicht geschafft haben, stachelt meinen Ehrgeiz nur noch mehr an. Es muss der Anspruch von Schalke 04 sein, mit seiner zweiten Mannschaft mittelfristig mindestens in der 4. Liga zu spielen.“

Schließlich wird es sonst noch schwieriger, die von Elgert ausgebildeten Talente weiter an den Verein zu binden und über den „zweiten Bildungsweg“ noch näher an den Profifußball heranzuführen. Die Spieler, die die erfolgreiche U 19 jetzt verlassen, stehen zwar nahezu alle noch unter Vertrag. Wer jedoch für die U 23 auflaufen wird, ist in vielen Fällen noch fraglich. „Wenn es Angebote aus höheren Ligen gibt, dann wird uns ganz sicher der eine oder andere verlassen“, verrät Gerald Asamoah.

Klar ist: Der neuformierte Kader für die kommende Saison wird auch einen neuen Trainer bekommen. Der nicht zuletzt auch von Asamoah immer wieder hochgelobte Onur Cinel („Ein großes Trainertalent“) soll eine andere Aufgabe im Verein übernehmen, nachdem der 32-Jährige in seiner Amtszeit von 15 Monaten erst den Abstieg nicht mehr verhindern und dann das Team zu spät auf Kurs bringen konnte. Erwartet wird eine externe Lösung. Asamoahs Anforderungsprofil: „Der neue Trainer muss vor allem in der Lage sein, die unterschiedlichen Interessen und Charaktere im Team zu verstehen. Wir haben Profis, die Wettkampfpraxis sammeln und sich wieder für oben empfehlen wollen, und junge aufstrebende Talente, die bei uns den nächsten Schritt machen wollen. Aber wir benötigen auch einige Routiniers, die den jungen Spielern mit ihrer Erfahrung helfen.“ So sollen unter anderem Torjäger Muhamed Alawie (30) oder Arnold Budimbu (23) an Bord bleiben.

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