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U 19-Meisterschaft: Schalke 04 auf Finalkurs – BVB vor dem Aus

„Knappen“ siegen 1:0 in Hoffenheim – Dortmund verliert 0:4 in Berlin.
Die U 19 des FC Schalke 04 hat sehr gute Chancen, zum achten Mal in der Vereinsgeschichte das Endspiel um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft zu erreichen. Der von Norbert Elgert (Foto) trainierte Meister aus der West-Staffel der A-Junioren-Bundesliga gewann sein Halbfinalhinspiel beim Süd/Südwest-Titelträger TSG 1899 Hoffenheim 1:0 (0:0) und verschaffte sich damit eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Dienstag, 15. Mai, (ab 18 Uhr, live bei „Sport1“) in Oberhausen.

Vor 3.510 Zuschauern im Sinsheimer Dietmar-Hopp-Stadion, darunter Weltmeister und WM-Rekordtorjäger Miroslav Klose, Schalkes Sportvorstand Christian Heidel sowie Hoffenheims Cheftrainer Julian Nagelsmann und Manager Alexander Rosen, gelang Schalkes Mittelfeldspieler Nassim Boujellab (60.) der einzige Treffer der Partie. Die deutlich tonangebenden Gäste aus dem Ruhrgebiet verpassten bei zahlreichen weiteren Chancen einen höheren Sieg.

Hertha BSC, Meister in der Staffel Nord/Nordost der A-Junioren-Bundesliga, nutzte dagegen in seinem Halbfinalhinspiel den Heimvorteil und besiegte den Titelverteidiger und West-Vizemeister Borussia Dortmund vor eigenem Publikum überraschend deutlich 4:0 (2:0). Mit zwei frühen Treffern legte U 19-Nationalspieler Nikos Zografakis (7./9.) den Grundstein. Auch sein DFB-Teamkollege und Hertha-Kapitän Muhammed Kiprit (53./65., Foulelfmeter) trug sich gegen dezimierte Dortmunder (Rote Karte für Julius Schell wegen einer Notbremse/31.) doppelt in die Torschützenliste ein.

Vor dem Rückspiel, das am Mittwoch, 16. Mai, (ab 16.30 Uhr) auf dem BVB-Trainingsgelände in Dortmund-Brackel ausgetragen wird, ist die Borussia stark unter Zugzwang geraten, müsste jetzt ebenfalls mindestens mit vier Toren Unterschied gewinnen, um sich den Traum vom erneuten Einzug in das Endspiel am 27. Mai noch zu erfüllen.

TSG-Torhüter Drljaca verhindert mehrfach Rückstand

Bei der Neuauflage des Halbfinales von 2014 (1:0 und 0:0 für Hoffenheim) sowie des Endspiels von 2015 (3:1 für Schalke) waren die Gelsenkirchener, die noch im Dezember 2017 im Viertelfinale um den DFB-Vereinspokal der Junioren in Hoffenheim 0:2 verloren hatten, von Beginn an die dominierende Mannschaft. Mehrfach musste der starke TSG-Torhüter Stefan Drljaca einen möglichen Rückstand verhindern.

Die besten Chancen hatten der aufgerückte Abwehrspieler Lennart Czyborra mit einem Kopfball, sowie Münir Levent Mercan, Florian Krüger und Ahmet Kutucu, während das Schalker Tor von Timon Weiner kaum einmal ernsthaft in Gefahr geriet.

Selbst Hoffenheims Cheftrainer Nagelsmann gab zur Pause im TV Interview mit „Sport1“ zu: „Schalke 04 ist bislang die bessere Mannschaft.“ S04-Sportvorstand Heidel meinte: „Die Jungs machen das Gut. Es fehlt nur der erfolgreiche Abschluss.“

Goller legt mustergültig vor – Boujellab hält Fuß hin

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit setzte sich die Schalker Dominanz fort. Drljaca wehrte einen Drehschuss von Krüger reaktionsschnell ab, Hoffenheims Mittelfeldspieler Domenico Alberico rettete nach einem Kopfball auf der Linie, Niklas Wiemann verfehlte das TSG-Tor mit einem artistischen Schussversuch nur knapp.

Nach einer guten Stunde war es dann aber doch passiert. Der starke Benjamin Goller setzte sich auf der rechten Außenbahn durch, passte mustergültig nach innen und Boujellab musste nur noch den Fuß hinhalten – 0:1 (60.).

Auch nach der Führung ließen die Schalker nicht nach, hatten vor allem durch Goller und Kutucu weitere Gelegenheiten, um den Vorsprung auszubauen. Die einzige hochkarätige Chance zum Ausgleich für Hoffenheim hatte der eingewechselte Tim Linsbichler, der frei zum Kopfball kam. Timo Weiner rettete jedoch mit einer Glanzparade.

Hertha BSC: Zografakis-Doppelpack in zwei Minuten

Beim zweiten Halbfinale in Berlin legten die Gastgeber, die sich erstmals nach sechs Jahren Abstinenz wieder für eine Meisterschaftsendrunde qualifizieren konnten, aber noch auf ihre erste Finalteilnahme überhaupt warten, gegen den siebenmaligen Deutschen A-Junioren-Meister Borussia Dortmund einen Blitzstart hin. Nach einem guten Zusammenspiel mit Dennis Jastrzembski über die linke Seite sorgte Nikos Zografakis (7.), der erstmals nach überstandener Bänderverletzung wieder eingesetzt werden konnte für die frühe Hertha-Führung. Nur zwei Minuten später tauchte der deutsche U 19-Nationalspieler Zografakis erneut frei im Strafraum auf und ließ BVB-Torhüter Jonas Hupe mit einem Schlenzer in den rechten Torwinkel keine Abwehrmöglichkeit – 2:0 (9.). An der Entstehung beider Treffer war auch der erst 16-jährige U 17-Mittelfeldspieler Julian Albrecht beteiligt.

Kaum hatten sich die Dortmunder vor 2600 Zuschauern im Stadion auf dem Wurfplatz von dem schnellen Zwei-Tore-Rückstand erholt, mussten sie auch noch in Unterzahl spielen. Weil er Hertha-Jungprofi Julius Kade kurz vor der Strafraumgrenze nur durch ein Foul stoppen konnte, sah BVB-Defensivspieler Julius Schell die Rote Karte (31.).

Cheftrainer-Sohn Palko Dardai glänzt als Vorbereiter

Kurz vor und kurz nach der Pause hatte Dortmunds Mittelstürmer Paul-Philipp Besong zweimal die Möglichkeit, mit dem Anschlusstreffer für neue Hoffnung beim Titelverteidiger zu sorgen. Er scheiterte jedoch jeweils knapp.

Stattdessen machten die Herthaner alles klar. Nach mustergültiger Vorarbeit von U 19-Nationalspieler Palko Dardai, dessen Vater und Hertha-Cheftrainer Pal Dardai ebenso auf der Tribüne saß wie Manager Michael Preetz, erhöhte Muhammed Kiprit (53.) aus kurzer Entfernung auf 3:0. Erneut Kiprit (65.) verwandelte einen Foulelfmeter zum Endstand. Bei einem Lattenschuss von Julius Kade war sogar noch der fünfte Treffer möglich. Auf der Gegenseite vergab der eingewechselte Yassin Ibrahim die letzte Möglichkeit, um für den BVB zumindest zu verkürzen.

„Ich bin stolz auf die Mannschaft“, sagte Doppeltorschütze Nikos Zografakis: „Wir haben jetzt gute Chancen auf das Finale. Noch ist es aber nicht vorbei. Auch in Dortmund müssen wir alles geben.“

Halbfinale wird im Pokalsystem ausgetragen

Das Halbfinale um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft wird im Pokalsystem mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. Besteht nach Austragung des Hin- und Rückspiels Punktgleichheit, so entscheidet die Tordifferenz. Steht auch hiernach kein Sieger fest, so wird dieser im Anschluss an das Rückspiel ohne Verlängerung durch Elfmeterschießen ermittelt. Das bedeutet: Die aus dem Europapokal bekannte Auswärtstor-Regelung kommt in diesem Fall nicht zur Anwendung.

Endet das Finale am Sonntag, 27. Mai, (ab 16 Uhr) nach Ablauf der regulären Spielzeit mit einem Unentschieden, so erfolgt eine Verlängerung von zweimal 15 Minuten. Steht auch nach der Verlängerung kein Sieger fest, wird die Entscheidung durch Elfmeterschießen herbeigeführt.

Der Gewinner des Halbfinalduells zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und dem FC Schalke 04 hat im Endspiel Heimrecht gegen Hertha BSC oder Borussia Dortmund. Gespielt wird entweder in der Wirsol Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim oder im Stadion Niederrhein in Oberhausen.

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