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Rot-Weiss Essen: Ohne Titz-Joker zehn Punkte weniger

Neun der letzten zwölf Tore gehen auf das Konto von Einwechselspielern.
Einigen Fans des West-Regionalligisten Rot-Weiss Essen wird diese Serie fast schon unheimlich. In den letzten fünf Ligaspielen gingen nicht weniger als neun von insgesamt zwölf RWE-Treffern auf das Konto von Einwechselspielern. Eine herausragende Quote. Das heißt: Ohne das vielzitierte glückliche Händchen von Trainer Christian Titz (48) wären in diesen fünf Partien statt der gesammelten 13 lediglich fünf Punkte auf das Konto des Tabellenzweiten gewandert. Hinzu kommt noch eine Torvorlage des eingewechselten Florian Bichler beim vorherigen 2:1 in Homberg, die damit zu zwei weiteren Zählern entscheidend beigetragen hatte.

Statt mit 19 von 21 möglichen Punkten gleichauf mit Spitzenreiter SV Rödinghausen zu sein (und noch eine Nachholpartie in der Hinterhand zu haben), würden die Rot-Weissen ohne ihre Joker-Tore womöglich mit neun Zählern im Tabellenmittelfeld rangieren. Nur beim 2:1-Auftaktsieg gegen die U 23 von Borussia Dortmund waren Titz‘ Einwechselspieler ohne direkte Torbeteiligung geblieben. Den entscheidenden Strafstoß in der Nachspielzeit hatte jedoch Marcel Platzek erst nach einem mustergültigen Zuspiel des – natürlich – eingewechselten Jan-Lucas Dorow herausgeholt.

Trotz dieser eindrucksvollen Zahlen übt sich Christian Titz im Gespräch mit dem Fachmagazin kicker und MSPW in Bescheidenheit. „Abgesehen davon, dass die Entscheidungen auf der Bank nicht von mir alleine, sondern immer vom gesamten Trainerteam getroffen werden, ist es vor allem der Qualität unserer Spieler und dem breiten Kader geschuldet, dass wir durch Veränderungen im Team immer wieder positive Wirkungen erzielen können“, formuliert der RWE-Trainer vorsichtig: „Außerdem ergeben sich manche Wechsel auch einfach durch den Spielverlauf.“

Beispielhaft war der 4:2-Auswärtssieg beim SV Lippstadt 08, der die Essener Hintermannschaft zumindest einige Male in Verlegenheit bringen konnte. Prompt wechselte Titz nach einer guten halben Stunde Innenverteidiger Alexander Hahn aus, der zuvor noch keine Minute in dieser Saison verpasst hatte, und brachte Flügelstürmer Ayodele Adetula, der nur 120 Sekunden später zum 1:1 traf. Nach dem 2:2-Ausgleich der Gastgeber kam im Angriff Hedon Selishta, der es bis dahin nur auf 32 Minuten Spielzeit gebracht hatte und dreimal in Folge gar nicht eingesetzt worden war. Nun reichte ihm eine Viertelstunde, um den Dreier mit einem Doppelpack unter Dach und Fach zu bringen.

Dass Christian Titz bei derzeit 19 gesunden Feldspielern die Qual der Wahl hat, zahlt sich also aus und sorgte unter anderem auch dafür, dass mit Marcel Platzek ein Angreifer, der über viele Jahre gesetzt war, diesmal gar nicht im Kader stand. Auch die Regeländerung des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV), der seit dieser Saison vier statt drei Wechsel erlaubt, spielt den hochkarätig besetzten Essenern in die Karten.

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